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Die Blechtrommel von Günter Grass


Originaltitel: Die Blechtrommel
Die Blechtrommel
Autor: Günter Grass
ISBN: 3423118210
Genre: Klassiker
Serie:
Ort: Deutschland
Zeit: keine Angabe
Sonstiges: k.a.
Note: Note: 3


"Zugegeben: ich bin Insasse einer Heil- und Pflegeanstalt, mein Pfleger beobachtet mich, lässt mich kaum aus dem Auge; denn in der Tür ist ein Guckloch, und meines Pflegers Auge ist von jenem Braun, welches mich, den Blauäugigen, nicht durchschauen kann. Mein Pfleger kann also gar nicht mein Feind sein..."

Anfang der 50er Jahre trommelt und schreibt in einer Heil- und Pflegeanstalt ein Buckliger des Jahrgangs 1924 die Geschichte seines Lebens und seiner Familie vom Begin des Jahrhunderts bis in das Deutschland Adenauers. Oskar Matzerath hat alles gesehen und gehört, nichts ist ihm entgangen, denn er war ein hellhöriger Säugling, dessen geistige Entwicklung bereits bei der Geburt abgeschlossen war. Der Außenseiter, der Wirklichkeit ertrommeln und Glas zersingen kann, erweist sich dabei als der einzige Gesunde in einer Welt des Scheins, der Lüge und des Verbrechens. (Quelle: amazon.de)


Oskar Matzerath, der kleinwüchsige eigenwillige Junge, der zu seinem dritten Geburtstag eine Blechtrommel geschenkt bekommt und beschließt, nicht mehr zu wachsen, kann mit seiner Stimme Glas zersingen, hat zwei mutmaßliche Väter und eine kaschubische Großmutter, die stets vier Röcke übereinander trug. Im Alter von 30 Jahren erzählt er aus einer Heil- und Pflegeanstalt heraus sein Leben. Das bekannteste Werk von Grass, von dem zwei Drittel von Volker Schlöndorff verfilmt wurden, wird in Kommentaren oft als grotesker oder eigenwillig moderner Schelmenroman bezeichnet. Grotesk ist er allemal, denn sieht man von der sehr eigentümlichen (und mir bis Ende unsympathisch gebliebenen) Hauptfigur ab, strotzt das Buch nur so von merkwürdigen Figuren, die in ihren Eigenheiten so verzerrt dargestellt werden, dass sie alle surreal wirken. Die wenigen poetisch erzählten Szenen werden durch brutal eklige Passagen (bei denen ich teilweise weiterblättern musste) leider so schnell zunichte gemacht, dass sie keine Chance zum Nachklingen hatten. Zu dem teilweise recht befremdlichen Inhalt kommt, dass die Hauptfigur von sich selbst konsequent sowohl in Ich-Form als auch in der dritten Form spricht – gerne auch mal im gleichen Satz – , was das Lesen nicht unbedingt erleichtert hat. Obwohl ich mich häufig in/mit dem Buch nicht wohl gefühlt habe, und es mir anhand der üblichen Kriterien nicht besonders gut gefallen hat, entstand während des Lesens eine gewisse Faszination, die ich nach längerem Nachdenken nur dadurch erklären kann, dass die Szenen aus der Heil- und Pflegeanstalt diejenigen sind, die am meisten „Normalität“ aufweisen, was an sich schon absurd ist. FAZIT: Interessant es gelesen zu haben, aber die anderen beiden Teile der Trilogie werde ich nicht mehr lesen.


Das Treffen in Telgte ...


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