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Der Schachautomat von Robert Löhr
| Kurzbeschreibung: |
"Auf dem Weg von Wien nach Paris machte Wolfgang von Kempelen mit seiner Familie halt in Neuenburg, und am 11. März 1783 präsentierte er im Gasthof am Markt seinen legendären Schachautomaten: einen Androiden in türkischen Gewändern, der das Schachspiel beherrschte. Die Schweizer bereiteten Kempelen und seinem Türken keinen warmen Empfang..."
Wien, 1770. In Schloß Schönbrunn findet eine selbst zur Zeit der Aufklärung aufsehenterregende Premiere statt. Wolfgang von Kempelen präsentiert vor den Augen Kaiserin Maria Theresias seinen Schach spielenden Automaten. Schon bald wird die von da an in Preßburg ausgestellte Sensation zum beliebtesten Schauobjekt im ungarischen Königreich. Dabei ist die Wundermaschine nichts weiter als eine brillante Täuschung: Der zwergwüchsige Italiener Tibor lenkt den "Schachtürken" aus dem Innern. Bisher von der Gesellschaft ausgestoßen, genießt er in der fremden Haut die Anerkennung der Männer und die Bewunderung der Frauen. Doch als eine schöne Aristokratin unter mysteriösen Umständen zu Tode kommt, wird der Maschinenmensch das Ziel von kirchlicher Hetze und adligen Intrigen - und Tibor muß über sich hinauswachsen, um nicht mit dem Schachautomaten unterzugehen. |
| Rezension: |
Wolfgang von Kempelen, Hofrat am Habsburgischen Hof, will Kaiserin Maria Theresia mit einer sensationellen Erfindung, einer denkenden Maschine, beeindrucken und entwickelt so mit ihrer finanziellen Unterstützung einen Schachautomat, der angeblich ohne menschliches zutun, jede Partie Schach spielen und auch gewinnen kann. Was das verblüffte Publikum nicht weiß: Der Schachautomat mit dem Äußeren eines Türken ist nur allzu menschlich, denn im Inneren versteckt sich der italienische Zwerg Tibor, der sein Geld zuvor mit seinem Reiseschachspiel auf Wanderschaft verdiente. Gemeinsam erobern die beiden mit ihrem brillanten Trick die Bewunderung der Zuschauer, doch wo Erfolg ist, ist auch Neid und Skepsis, und nicht alle glauben an die Existenz einer denkenden Maschine...
Robert Löhr hat mit seinem historischen Roman über den weit über die Grenzen Europas berühmt gewordenen Schachautomaten, der auch unter dem Namen „Schachtürken“ bekannt wurde, einen äußerst interessanten und spannenden Roman abseits der üblichen Geschichten und Themen geschrieben, der den Leser zwar erst langsam, aber dann immer mehr in seinen Bann zieht. Der Anfang wirkt etwas spröde und nicht zuletzt deshalb verwirrend, weil es sich durchgehend um zwei verschiedene Zeitebenen handelt, was zunächst nicht unbedingt ersichtlich ist. Das Durchhalten wird aber schon bald belohnt, denn die handelnden Figuren sind so realistisch aber nicht übertrieben detailliert beschrieben, dass man während des Lesens keinen Zweifel hegt, dass es sich tatsächlich so zugetragen haben könnte. Dies erhöht den Reiz der Geschichte, den Löhr durch seine etwas zurückhaltende und doch lebendige Erzählweise perfekt verstärkt. Eine kurze Zusammenfassung über den weiteren Verbleib des Automaten nach der hier erzählten Geschichte und ein informatives Nachwort des Autors runden das Lesevergnügen ab. |
| Weitere Bücher von Robert Löhr: |
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