Im Westen nichts Neues – meldet der Heeresbericht und meint oder verschweigt dabei das Elend des 1. Weltkriegs, wie es sei vier Jahren an der Westfront wütet. Mitten drin junge Männer, die gerade von der Schule kommen und eigentlich ihr Leben noch gar nicht richtig begonnen haben, sich aber jetzt schon mit dem Schlimmsten konfrontiert sehen, was Menschen einander antun können. Der 19-jährige Paul Bäumer, der sich ahnungslos freiwillig meldete, erzählt aus seiner Sicht die Geschehnisse, die ihn innerhalb kürzester Zeit erwachsen werden lassen, und die ein Leben „danach“ unmöglich machen. Mit ihm und seinen Kameraden zittert der Leser im Schützengraben, sieht die Menschen um sich herum sterben, spürt die Verzweiflung und kämpft ums Überleben – so eindringlich, dass die richtigen Worte und Empfindungen hierbei schwer zu fassen sind. Die Sprache Remarques ist von einer einfachen Klarheit und trotzdem oder vielleicht deswegen unglaublich stark, dass während und nach dem Lesen Fassungslosigkeit und das wiederentdeckte Bewusstsein darüber zurückbleibt, dass ein Krieg nur Verlierer kennt, egal auf welcher Seite sie stehen und welche Verschwendung von Menschenleben mit ihm einhergehen.
Im Westen nichts Neues – das ist eine Anklage gegen den Krieg und das, was der Krieg aus den Menschen macht, ein Plädoyer für den Frieden und die Menschlichkeit, das meiner Meinung nach zur Pflichtlektüre werden sollte! |