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Wilde Schwäne von Jung Chang
| Kurzbeschreibung: |
"Mit fünfzehn Jahren wurde meine Großmutter die Konkubine eines Provinzgenerals, der zugleich Polizeichef der schwachen chinesischen Zentralregierung war. Man schrieb das Jahr 1924, in ganz China regierte das Chaos..."
Jung Chang erzählt die Geschichte von drei Generationen - die ihrer Großmutter, ihrer Mutter und ihre eigene Geschichte. Von der Kaiserzeit bis zur allmächtigen Herrschaft der chinesischen Partei erlebt Jung Changs Familie die rücksichtslose Umsetzung politischer Ideen, die Millionen von Menschen das Leben gekostet hat und die Jung Chang und ihre Familie nur unter großem Leid überleben konnten. |
| Rezension: |
Jung Chang erzählt in "Wilde Schwäne" die Geschichte ihrer Familie und beginnt mit der Großmutter, die in jungen Jahren (wir schreiben das Jahr 1924) als Konkubine eines Provinzgenerals ihr Elternhaus verlässt. Chronologisch begleiten wie sie und später ihre Tochter, also die Mutter der Autorin auf ihrem mühseligen Weg durch die politischen Katastrophen Chinas. Jung Chang gelingt es, einen großen Bogen zu spannen von der Kaiserzeit bis in die späten 80er Jahre und beschreibt dabei aus der Sicht einer betroffenen, wie die Menschen im 20. Jahrhundert in China lebten und leideten. Dass ihre eigene Familie eher zumindest zu Beginn der Zeit Maos zu den Privilegierteren zählte, änderte nichts an dem Leiden, dass sie später erdulden musste. Die Schrecken des Terror-Regimes werden anschaulich und doch zugleich bewundernswert sachlich beschrieben, so dass man auch als Westeuropäer alle Ereignisse mitverfolgen und alle Gefühle und Gedanken gut nachvollziehen kann.
"Wilde Schwäne" ist ein schweres Buch, denn es bedrückt und wiegt schwer in seinem Inhalt und seiner Bedeutung, niemals zuvor habe ich so viel über die neuere Geschichte Chinas gelesen und gelernt. Es ist ganz sicher nicht zur einfachen Unterhaltung geeignet, denn es fordert den Leser zum Nachdenken auf und zum Begreifen. Umso wichtiger ist es, um ein Gefühl dafür zu bekommen, was dort tatsächlich geschehen ist und wie die Menschen ihr Leben auch unter den widrigsten politischen Umständen meistern mussten und immer wieder auf Freunde treffen, die ihnen Momente des Glücks und der Hoffnung bescheren - denn das steht in keinem Geschichtsbuch. Trotz aller Sachlichkeit ist es dennoch ein spannendes Buch, denn die Autorin versteht es, den Leser in ihren Bann zu ziehen und dabei geschickt politische und persönliche Ereignisse zu verweben. Ich kann nicht behaupten, dass es ein Lesevergnügen im engeren Sinne war, aber ich bin sehr froh, dass ich es gelesen habe - es hat mein Wissen und meinen Horizont erweitert. |
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