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Die Tulpenkönigin von Enie van Aanthuis
| Kurzbeschreibung: |
"Als Eduard van Seeg an diesem späten Abend im April 1634 das Wirtshaus von Bruikelaar verließ, hörte er schon die schrillen Stimmen auf der Straße, die zum Haus seines verstorbenen Freundes führte. Das Geschrei aus der Ferne mischte sich mit dem Lärm aus der Citadel, in der sich aufgebrachte Bauern und Händler aus den umliegenden Dörfern und Städten im Kampf um die braungoldenen Zwiebeln gegenseitig überboten..."
Holland um 1630: Der Tulpenwahn steht vor seinem Höhepunkt. Nach dem Tod ihres Vaters bleibt Mareikje fast mittellos zurück. Die Hochzeit mit dem reichen Kaufmannssohn Antonius könnte ihr Sicherheit geben. Aber Mareikjes ganze Liebe gilt dem Maler Wim. Da finden sich im Nachlass ihres Vaters einige Tulpenzwiebeln ... |
| Rezension: |
„Die Tulpenkönigin“ behandelt eine sehr ungewöhnliche und spannende Episode aus der Geschichte der Niederlande, nämlich den bis an Hysterie reichenden Tulpenwahn, von dem das Land und seine Einwohner im 17. Jahrhundert ergriffen wurden.
Hauptfigur ist die junge Halbwaise Mareikje, die nach dem Tod ihres Vaters wenig begeistert einer Zukunft als Ehefrau eines wohlhabenden Kaufmanns entgegensieht. Sie liebt den mittellosen Maler Wim Straaten, doch diese Verbindung hat finanziell und gesellschaftlich so keine Chance. Als bei den Hinterlassenschaften ihres Vaters mehrere Säcke Tulpenzwiebeln entdeckt werden, ist dies ihre Chance zur Selbständigkeit und Unabhängigkeit, doch Maler Wim hat sich ebenfalls auf den Weg gemacht, um sein berufliches Glück zu finden...
Neben der Haupthandlung und Geschichte rund um Mareikje, die in ihrem Heimatort „Die Tulpenkönigin“ genannt wird, gibt es zahlreiche kleine Nebengeschichten, die von verschiedenen Figuren getragen werden und die sich sehr gut in die Handlung einfügen ohne sie zu unterbrechen, aber auch ohne belanglos oder überflüssig zu erscheinen. Keine Figur ist hier nur Statist, sondern wurde bis ins Detail liebevoll ausgestaltet, was mir ein besonderes Lesevergnügen bereitet hat. Gleiches gilt für die Beschreibungen des Alltags der kleinen Leute ebenso wie für die der Örtlichkeiten.
Ein wirklich schöner und kurzweiliger, rundum stimmiger historischer Roman, der mich jetzt schon gespannt auf die Fortsetzung warten lässt!
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