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Herr der Fliegen von William Golding
| Kurzbeschreibung: |
"Der blondhaarige Junge glitt das letzte Stück Felsen hinab und begann, sich zur Lagune durchzuarbeiten. Er hatte sein Schultrikot ausgezogen und schleifte es mit der Hand nach..."
Eine Gruppe englischer Schuljungen gerät infolge eines Flugzeugunfalls auf eine unbewohnte Insel im Pazifischen Ozean. Kein Erwachsener überlebt. Zunächst erscheint der Verlust zivilisatorischer Ordnungsprinzipien leicht zu bewältigen: auf der Insel gibt es Wasser, Früchte, sogar wilde Schweine, die erlegt werden können. Ralph läßt Hütten bauen, erkundet die Insel, richtet einen Wachdienst für das Signalfeuer ein. Der gute Anfang aber führt in eine Krise, die bald diabolische Formen annimmt. Aus der Jagd wird blutiges Schlachten - die Jäger und die Hüter des Feuers geraten in einen Kampf auf Leben und Tod. Die Gemeinschaft zerfällt, Terror und barbarische Primitivität gipfeln im Machtrausch, der auch Mord nicht ausschließt. |
| Rezension: |
| Die Geschichte vom Herrn der Fliegen ist weltberühmt und hat in zahlreichen neueren Filmen und TV-Serien ihre Spuren hinterlassen, doch auch fast 60 Jahre nach ihrem Erscheinen hat die Originalgeschichte um die Gruppe englischer Schuljungen, die auf einer Insel im Pazifik abstürzt, nichts von ihrer beeindruckenden Kraft verloren. Golding schreibt gewöhnungsbedürftig: Während das Wetter und die Insel selbst bis ins kleinste Detail, fast überbordend wie die tropische Landschaft selbst, beschrieben wird, beschränkt sich die Handlung auf die Schlüsselszenen. Der Leser erfährt kaum etwas von dem "Alltag" der Jungen, auch kaum etwas von ihrer Vergangenheit, was die einzelnen Figuren vor dem Absturz ausgezeichnet hat. Es scheint fast so, als hätten die Jungen vor dem Absturz kein Leben gehabt, als würden sie hier auf der Insel bei Null beginnen. Es werden nur wichtige Dialoge, Ereignisse und Handlungen berichtet und diese steuern zunächst fast unmerklich, doch dann immer zwingender auf die Katastrophe zu. Die paradiesische Umgebung und der Verlust der Zivilisation stehen in einem scharfen Kontrast, der den Leser erschaudern und hilflos teilhaben lässt an der Verwandlung, die einstmals normale Jungen in adretter Schuluniform zu jagenden Wilden macht. Wie diese Verwandlung vonstatten geht, was in den Jungen vorgeht, all das wird höchstens angedeutet, nur das Geschehene wird ausgedrückt, doch das ist beängstigend genug. |
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