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Zickzackkind von David Grossman
| Kurzbeschreibung: |
"Der Zug blies sein Signal und setzte sich in Bewegung. Ein Junge stand in einem der Waggons am Fenster und sah den Mann und die Frau an, die ihm vom Bahnsteig winkten, der Mann mit einer Hand, knapp und verstohlen, die Frau mit beiden Armen und einem riesigen, roten Tuch..."
An seinem dreizehnten Geburtstag feiert Nono Bar Mizwa. Aus diesem Anlass, dem Abschied von der Kindheit, hat sein Vater sich ein Detektivspiel ausgedacht. Er schickt Nono auf eine Reise mit dem Auftrag, in der Eisenbahn jemanden zu finden und mit den Worten: Wer bin ich? anzusprechen. Pech nur - oder auch Glück -, dass sich Nono für die falsche Person entscheidet, für Felix Glick nämlich, den alten Gentleman-Ganoven, dessen Spielchen von ganz anderer Art sind, als die seines Vaters... |
| Rezension: |
Nono ist ein Zickzackkind, denn der 12-jährige führt ein ungewöhnliches Leben. An seine Mutter kann er sich nicht erinnern, zu früh ist sie gestorben und sein Vater, ein Polizist, bringt ihm von Kindesbeinen an bei, wie sich ein Ermittler und Fahnder zu verhalten hat. Seine Ziehmutter Gabi, die sich um ihn kümmert, wartet seit Jahren vergebens auf einen Heiratsantrag seines Vaters und hat mit Nono einige merkwürdige Geheimnisse wie z.B. der monatliche Besuch der Schokoladenfabrik oder die Verehrung der berühmten Schauspielerin Lola Chapparolla. Sein an sich schon ungewöhnlicher Alltag wird durch eine Reise zu einem Onkel komplett auf den Kopf gestellt, denn im Zug begegnet er dem Gauner Felix Glick und damit das größte Abenteuer seines Lebens... Was zunächst wie eine wenig aufregende Erziehungsmaßnahme von Vater Jakob und Gabi aussieht, entwickelt sich schnell zu einer phantastischen Reise in die Welt der Erwachsenen und der eigenen Vergangenheit, auf der Nono nicht nur über sich, sondern auch über seine Familie und seine Herkunft.
Bemerkenswert ist, wie David Grossman seine Figuren zeichnet, allen voran seine Hauptfigur Nono, aus dessen Sicht die Geschichte erzählt wird. In seine kindlich-naive und doch weise Gedanken- und Gefühlswelt eintauchen zu dürfen und seine Ansichten über sich, seine Familie und die Welt zu erfahren, machen einfach Spaß. Ein guter Gegenpol zu den teilweise etwas überzeichneten Szenen und Zusammenhängen, die sich so aber zu einem gelungenen Ganzen vereinen. Am Ende hätte ich mir noch mehr Antworten auf einige Fragen erhofft, die sich im Laufe der Geschichte ergeben haben, aber so bleibt es der Fantasie des Lesers überlassen, diese für sich zu beantworten. |
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