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Der Pfaffenkönig von Iris Kammerer
| Kurzbeschreibung: |
"Die Kinder lagerten am Waldrand auf einer kleinen Böschung bei den Weiden und dehnten die schlanken Glieder, um sich von der Sonne wärmen zu lassen. Dünne Halme sprossen aus der dunklen Erde, gelbe und weiße Sterne reckten sich dem Licht entgegen, und an den Zweigen spitzte zartes Grün aus den Knospen..."
Als Nachgeborener hat Heinrich Raspe, Sohn des mächtigen Landgrafen von Thüringen, eigentlich keine Aussicht auf eine einflußreiche Stellung. Doch als sein älterer Bruder Ludwig auf einem Kreuzzug stirbt, wird er Landgraf und soll das Erbe der Familie führen, bis der kleine Hermann, Stammhalter Ludwigs und dessen Frau Elisabeth, herangewachsen ist. Von Kindesbeinen an hegt Heinrich tiefe Gefühle für seine verwitwete Schwägerin, die aber erfüllt ein Gelübde und weiht ihr Leben der Kirche. Erbittert und machtlos muß er zusehen, wie sie die Burg verläßt, um unter der Aufsicht des ihm verhaßten Inquisitors Konrad von Marburg ein Leben in Armut zu führen. Und dennoch bestimmt die später als Heilige Elisabeth Verehrte weit über ihren Tod hinaus sein Schicksal ... |
| Rezension: |
| Aus den Rückblicken und Erinnerungen des sterbenden Heinrich von Raspe, dem Pfaffenkönig, wird sein Leben und das Leben seiner berühmten Schwägerin, der Heiligen Elisabeth, erzählt, aus denen der Leser interessante Einblicke aus einer neuen Perspektive erhält. Durch die teilweise (Erinnerungen entsprechenden) bruchstückhaft anmutenden Szenen wird ein glaubwürdiges Bild dieser historisch vernachlässigten Figur vermittelt, dem für den historisch nicht bewanderten Leser jedoch nicht immer leicht zu folgen ist. Viele Figuren gleichen Namens und komplexe politische Verstrickungen erschweren etwas den Lesefluss und gaben (zumindestens mir) das Gefühl, zu viele Informationen nicht zu kennen bzw. die Zusammenhänge nicht immer zu verstehen, was meinen Lesespaß leider etwas gemindert hat. Mit etwas mehr Vorbildung oder einem Personenverzeichnis oder eine Zeittafel wäre der Pfaffenkönig jedoch eine äußerst interessante Perspektive, aus der sich ein Blickwinkel auf Heinrich Raspe und die Hl. Elisabeth lohnt! |
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