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Rot ist mein Name von Orhan Pamuk


Originaltitel: Benim Adim Kirmizi
Rot ist mein Name
Autor: Orhan Pamuk
ISBN: 3596156602
Genre: Historisch
Serie:
Ort: Türkei
Zeit: Renaissance
Sonstiges: k.a.
Note: Note: 2


"Ein Toter bin ich nun, eine Leiche auf dem Grund eines Brunnens. Schon längst tat ich meinen letzten Atemzug, schlug mein Herz ein letztes Mal, doch niemand weiß, was mir geschah, nur mein ruchloser Mörder..."

Im Osmanischen Reich tobt 1591 der Bilderstreit, das Land ist zerrissen zwischen Tradition und Moderne. Da werden bei der Arbeit an einem prachtvollen Bildband der Vergolder und der Buchhändler ermordet. Man schreibt das Jahr 1591, Istanbul ist vom Schnee bedeckt. Ein Toter spricht zu uns aus der Tiefe eines Brunnens. Er kennt seinen Mörder, und er kennt auch die Ursache für den Mord: ein Komplott gegen das gesamte Osmanische Reich, seine Religion, seine Kultur, seine Tradition. Darin verwickelt sind die Miniaturenmaler, die beauftragt sind, für den Sultan zehn Buchblätter zu malen, ein Liebender und der Mörder, der den Leser bis zum Schluß zum Narren hält. Ein spannender Roman, der, als historischer Krimi verkleidet, immer wieder auch auf die gegenwärtige Spannung zwischen Orient und Okzident verweist.


Dieser Roman verlangt dem Leser so einiges ab, neben dem Interesse an historischer Buchmalerei im Osmanischen Reich und in Europa zur Zeit der Renaissance vor allem Geduld und den Sinn für ausschweifende Beschreibungen. Der Mord an einem Buchmaler ist nur der Ausgangspunkt für die Darstellung des Bilderstreits Ende des 16. Jahrhunderts in der Türkei. Diese Auseinandersetzung ist die eigentliche Hauptfigur des Romans, die darin enthaltene Liebesgeschichte ebenso schmückendes Beiwerk wie die "Kriminalhandlung". In einer größtenteils poetischen Sprache wird der Leser in diesen Streit einbezogen, erfährt die verschiedenen Positionen, aber auch sehr viel über das Leben und die Arbeit der Buchmacher selbst. Durch die ständig wechselnden Erzählperspektiven, in denen nicht nur die Hauptfiguren, sondern auch Gegenstände und abstrakte Formen (z.B. die Farbe Rot oder der Tod) zu Wort kommen, erhält der Leser ein komplexes Bild von den Geschehnissen und den Charakteren. Viele der Sprecher verwenden Fabeln oder erklären mithilfe vergangener Ereignissen, um das Gesagte verständlicher zu machen. Ob dies auch für den heutigen Mitteleuropäer gilt, wage ich zu bezweifeln, ich für meinen Teil hatte des öfter Schwierigkeiten, die zahlreichen Padischahs und Fürsten auseinanderzuhalten und konnte an manchen Stellen dem Erzählten nicht ganz folgen.
Mein Fazit: Eine durchaus interessante Geschichte, die tiefe Einblicke in eine spannende Epoche gibt und auf ungewöhnliche Weise erzählt wird, dabei aber einige Längen hat, die Lesefluss und -vergnügen etwas hemmen.


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