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Ulysses von James Joyce
| Kurzbeschreibung: |
"Stattlich und feist erschien Buck Mulligan am Treppenaustritt, ein Seifenbecken in Händen, auf dem gekreuzt ein Spiegel und ein Rasiermesser lagen. Ein gelber Schlafrock mit offenem Gürtel bauschte sich leicht hinter ihm in der milden Morgenluft..."
Der 16. Juni 1904 war ein ganz gewöhnlicher Tag, und dennoch ist er in die Geschichte der Weltliteratur eingegangen. An diesem Tag von acht Uhr früh bis drei Uhr morgens erlebt Leopold Bloom die Großstadt Dublin, und der Leser lernt mit ihm seine Handlungen, Begegnungen und Gedanken kennen. |
| Rezension: |
Ulysses ist ein Experiment.
Lange habe ich voller Ehrfurcht und auch mit einer gewissen Abneigung in der Buchhandlung vor diesem Werk gestanden, das so viel Ablehnung hervorruft. Dank einer Leserunde habe ich mich entschlossen, es doch einmal zu wagen und jetzt, nach 2 Monaten Ulysses muss ich sagen: Es war gar nicht so schlimm *g* Es war anders. Experimentell. Gewagt. Anstrengend. Anders.
Aber nicht schlecht.
Die nahezu minutiöse Beschreibung des 16. Juni 1904, einem ganz normalen Tag im Leben von Leopold Bloom in Dublin, wird durch eine Sprache vermittelt, die sich von Kapitel zu Kapitel ändert. Jedes der 18 Unterkapitel zeichnet sich durch einen anderen Stil aus, der dem Inhalt dieses Kapitels im mehr oder weniger weiten Sinne entspricht. Befindet sich Bloom in der Zeitungsredaktion sind die einzelnen Abschnitte mit Schlagzeilen überschrieben, folgt der Leser dem Gedankenstrom Molly Blooms ohne jedes Satzzeichen und wird mit diesem davongetrieben.
Ulysses ist sicher kein Buch, welches man in einem Rutsch durchlesen kann, zu viel ist zu entdecken und sicher wird es ein mehrmaliges Lesen erfordern, um die Einzelheiten erkennen zu können. Ich persönlich muss dies gar nicht, zumindest nicht zum jetzigen Zeitpunkt, deshalb habe ich auch auf eine Lektürehilfe verzichtet, die ich auch während des Lesens nicht vermisst habe, auch wenn ich stellenweise ganze Absätze nicht verstanden habe. Ob dies aber zwingend notwendig ist, wage ich zu bezweifeln, denn jetzt, nachdem ich es gelesen habe, bin ich der Meinung, wer sich darauf einlassen möchte, darf sich guten Gewissens von der Komplexität der Sprache treiben lassen und mit Bloom diesen Tag gemeinsam erleben. |
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