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Charles Dickens von Jane Smiley


Originaltitel: Charles Dickens
Charles Dickens
Autor: Jane Smiley
ISBN: 3546003349
Genre: Biographie
Serie:
Ort: Großbritannien
Zeit: 19. Jahrhundert
Sonstiges: k.a.
Note: Note: 2


"Charles Dickens war eine Figur des öffentlichen Lebens und gleichzeitig eine Berühmtheit, zwei leicht unterschiedliche Rollen, die er bereits mit Anfang zwanzig zu spielen begann. Seine erste Skizze, "A Dinner at Poplar Walk", wurde im Dezember 1833 im Monthly Magazine veröffentlicht..."

Er war Schriftsteller, Verleger und schärfster Kritiker seiner Zeit - und zugleich ein Mann, der letztlich am Widerspruch zwischen sozialer Konvention und erotischem Begehren scheiterte: Charles Dickens. Jane Smiley, eine der erfolgreichsten amerikanischen Autorinnen der Gegenwart, zeichnet ein erfrischen unprätentiöses Portrait des großen englischen Schriftstellers, dessen Romane wie "Ein Weihnachtslied" bis heute zu den Klassikern zählen.


Charles Dickens gehört zu den berühmtesten Autoren der Welt und wer nur einige seine Werke kennt, wird sich früher oder später dafür interessieren, was für ein Mensch der geistige Vater von Oliver Twist, David Copperfield oder dem hartherzigen Mr. Scrooge aus dem Weihnachtslied wohl gewesen ist. Jane Smiley hat sich dieser Frage angenommen und eine durchaus ungewöhnliche Biographie über Dickens verfasst, die zwar grob chronologisch vorgeht, aber durchaus einige Zeitsprünge in beiderlei Richtungen enthält, wenn es zum gerade beschriebenen Inhalt passt. Wie aus dem Vorwort hervorgeht, wollte die Autorin ein Bild von Dickens entwerfen, wie es seine Zeitgenossen von ihm gehabt haben könnten und das ist ihr auch gelungen. Seine Außenwirkung nimmt einen deutlich größeren Raum ein als seine Inneneinsichten, auch wenn diese (sofern durch Briefe belegt) natürlich erwähnt werden. Für meinen Geschmack hätte durchaus mehr Privates von Dickens durchsickern können, allerdings ist es der Autorin andererseits hoch anzurechnen, dass sie Gerüchte um sein Privat- und Liebesleben nicht als bare Münze nimmt, sondern sie beschreibt und höchstens (auch als solches gekennzeichnete) eigene Schlüsse zieht. Auffallend ist, wie vergleichsweise detailliert Jane Smiley sich jedem einzelnen Roman Dickens widmet, die jeweiligen Verkaufszahlen auflistet, die persönliche und kreative Entwicklung Dickens an ihnen veranschaulicht und eigene Interpretationen seiner Werke vornimmt, was sicher auf ihre eigene Autorentätigkeit zurückzuführen ist. Letzteres könnte auf den ein oder anderen Leser störend wirken und insbesondere, wenn man nicht alle genannten Werke kennt, kann die regelmäßige Erwähnung von unbekannten Figurennamen schnell ermüden. Einzuordnen ist diese Biographie eher als Entwicklungsgeschichte von Dickens Schaffen, welches eher zweitrangig mit persönlichen Ereignissen verknüpft wird. Für einen guten Einstieg und Überblick über Charles Dickens und sein Werk durchaus zu empfehlen, auch wenn mir persönlich ein tabellarischer Lebenslauf und ein Register gefehlt hat, welche zum Nachschlagen bestimmter Begriffe, Personen, Romane oder Romanfiguren sicher hilfreich gewesen wäre.


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