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Mary Poppins von Pamela L. Travers
| Kurzbeschreibung: |
"Wenn du den Kirschbaumweg suchst, so brauchst du nur den Polizisten an der Straßenkreuzung zu fragen. Er wird seinen Helm ein bisschen beiseite rücken, sich nachdenklich am Kopf kratzen, dann seinen dicken, weiß behandschuhten Finger ausstrecken und sagen: Erst rechts, dann zweite Querstraße links, dann wieder scharf rechts und du bist da..."
Mit rechten Dingen ist es nicht zugegangen, das haben Jane und Michael ganz genau
gesehen. Der Wind hat sie hergeweht und mit einem Plumps vor der Haustür abgesetzt - Mary Poppins, ihr neues Kindermädchen. Im Kirschbaumweg 17 bricht eine Zeit unglaublicher Abenteuer an, denn Mary Poppins kann das Treppengeländer hinauf rutschen, mit Tieren sprechen, in Bildern verschwinden und noch vieles mehr. |
| Rezension: |
| Der Disney-Film "Mary Poppins" aus dem Jahre 1964 gehörte in meiner Kindheit zweifellos zu meinen absoluten Lieblingsfilmen und auch heute noch sehe ich ihn mir immer wieder gerne an. Um so neugieriger war ich auf die Kinderbuchvorlage, die bereits 1934 veröffentlicht wurde. Ich wurde doch sehr überrascht. Die Figur der Mary Poppins unterscheidet sich gegenüber der Filmfigur (gespielt von der bezaubernden Julie Andrews) doch erheblich, so wird sie nicht nur als hager und eher unattraktiv beschrieben, sondern ist auch insgesamt eine geradezu zwanghaft eitle und eher strenge Person, die wenig von der Ausgelassenheit und Fröhlichkeit besitzt, die man aus der Verfilmung kennt. Es gibt auch keine Rahmenhandlung, das Buch besteht eher aus vielen einzelnen Episoden, die die beiden Kinder Jane und Michael zusammen mit ihrem neuen Kindermädchen erleben. Von denen gibt es jedoch einige mehr als im Film, z.B. einen nächtlichen Zoobesuch oder die Begegnung mit einer Plejadentochter, die mir durch die Bank weg sehr gut gefallen haben. Mir fiel es dennoch stellenweise recht schwer, mich nach dem Film auf diese ursprüngliche Version einzulassen, denn auch die Beziehung zwischen den Kindern und Mary Poppins ist zwar schon irgendwie eng, macht aber nie einen rundum liebevollen und fröhlichen Eindruck. So bleibt Mary Poppins als Figur eher vage und wirkt wie eine vorbeischwebende Brise, die hereingeweht kommt und sich wieder verflüchtigt - was wiederum passt, denn genau das tut Mary Poppins ja tatsächlich, und zwar je nachdem wie der Wind gerade steht... Wer (noch) die Möglichkeit hat, sollte zuerst das Buch lesen und sich erst dann den Film ansehen! |
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