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Tod einer roten Heldin von Qiu Xiaolong


Originaltitel: Death of a Red Heroine
Tod einer roten Heldin
Autor: Qiu Xiaolong
ISBN: 342320740X
Genre: Krimi / Thriller
Serie: Inspektor Chen
Ort: China
Zeit: Gegenwart
Sonstiges: 1. Band der Inspektor Chen-Reihe
Note: Note: 2


"Die Tote wurde am 11. Mai 1990 um 16.40 Uhr im Baili-Kanal gefunden, einem abgelegenen Kanal etwa 35 Kilometer westlich von Shanghai. Gao Ziling, Kapitän der Vorhut, stand neben der Leiche und spuckte dreimal kräftig auf den feuchten Boden - ein halbherziger Versuch, die bösen Geister jenes Tages abzuwehren..."

Shanghai 1990, eine Stadt an der Schwelle zwischen Kommunismus und Kapitalismus: Oberinspektor Chen ermittelt in einem mysteriösen Mordfall: Das Opfer, Guan Hongyign, war Leiterin einer Kosmetikabteilung und Modellarbeiterin - als Heldin der Arbeit ein politisches Vorbild. In ihrem Wäscheschrank findet Chen bürgerlich-dekadente Reizwäsche und ein Bündel erotischer Fotos. Keine Frage: ein brisanter Fall, der bis in die höchsten Kreise führt.


Der Tod der roten Heldin zeichnet sich vor allem durch seine Einsicht in die politische Situation Chinas Anfang der 90er Jahre aus. Die Kulturrevolution steckt immer noch in den Köpfen der Chinesen und seit dem Massaker auf dem Platz des Himmlischen Friedens ein Jahr zuvor ist die politische Führung mehr denn je darauf bedacht, ihre Weste rein zu halten. Für Inspektor Chen bedeutet dies einen wahren Drahtseilakt, denn sein Hauptverdächtiger ist Sohn eines hohen Parteikaders und das gefällt der Parteiführung selbst natürlich gar nicht. Beeindruckend erschreckend und realistisch beschreibt Xiaolong die Zustände, denen die Bevölkerung Chinas ausgesetzt war und ist. Mir selbst war z.B. nicht bewusst, dass Berufe und Arbeitsplätze zugeteilt werden und nur wer Glück oder eine hohe Position inne hat, ein kleines Appartement zugesprochen bekommen kann. Xiaolong schafft die Balance zwischen Krimi und Zustandsbeschreibung sehr gut, seine Figur des dichtenden und an die Gerechtigkeit glaubenden, aber manchmal etwas naiv erscheinenden Chen ist sympathisch und der Fall interessant, wenn auf ihm auch manchmal mehr Gewicht hätte liegen können. Für alle, die gerne mal einen anderen Krimi der Gegenwart lesen wollen, und die mit Begriffen wie Kulturrevolution oder Kader etwas anfangen wissen, ein interessanter Ausflug ins heutige China!


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