| Alleine Gottfried fehlt noch, dann ist die in alle Welt versprengte Familie Adlerhorst wieder vereint. Grund genug für das Kleeblatt, sich mit Hermann Adlerhorst auf den weiten Weg nach Sibirien zu machen, um den seit einigen Jahren verschwundenen, ehemaligen Offizier Gottfried wieder zu finden. Gemeinsam müssen sie sich gegen viele Schurken, aber auch allerlei Willkür im russischen Zarenreich zur Wehr setzen. Für die erfahrenen Westmänner natürlich kein Problem. Sam und seine beiden langen Freunde in der sibirischen Tundra, das ist wirklich ein Spaß! Wie sich die drei Fährtenleser aus dem Wilden Westen und der endlosen Freiheit im streng geführten Land des Zaren verhalten, und auf ihre westmännische Art versuchen, an ihr Ziel zu kommen, und dabei die bürokratischen Tücken des russischen Reiches ausnutzen, ist sehr amüsant. Die Szene, in der Sam zwei Schurken in die Räucherkammer sperrt und sie anschließend schwarz gerußt und zeternd wieder herauskommen, ist einfach köstlich. Was mir in diesem Band allerdings nicht so gut gefallen hat, war, dass die Unterscheidung Gut/Böse augenscheinlich ausschließlich an der Herkunft festgemacht wurde. So konnte man ziemlich schnell davon ausgehen, dass alle edlen, guten, mutigen und klugen Charaktere eigentlich aus Deutschland stammen oder zumindest deutsche Vorfahren haben. Im Tal des Todes gab es wenigstens noch edle und gute Indianer, aber hier waren alle nicht-deutschstämmigen Personen entweder abgrundtief böse, total naiv-dumm oder absolut feige. Das Ende war natürlich vorhersehbar, aber das erwartet man ja auch nicht anders ;-) Alles in allem aber ein gelungenener dritter Band und neben vielen humorvollen Stellen und Eskapaden im Buch hat sich Karl May noch eine witzige Szene für den Schluss aufgehoben, als das Kleeblatt noch einen alten Bekannten in Deutschland aufsucht. |