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Die Kapelle im Moor von Mani Beckmann
| Kurzbeschreibung: |
"Wer in den Chroniken und Geschichtsbüchern nach bedeutenden Ereignissen des Jahres sechzehnhundertachtundsechzig fahndet, wird kaum fündig werden. Wenig Bemerkenswertes ist in diesem Jahr geschehen..."
Das Münsterland nach dem Dreißigjährigen Krieg: Im Sommer des Jahres 1668 kehrt der Schausteller und Taschendieb Daniel Wagenknecht anlässlich einer Kirchweih in das Moordorf Ahlbeck zurück, in dem er als Säugling von drei Bauern vermeintlich lebendig begraben wurde. Daniel will die Geheimnisse von damals lüften - und sich an den Schuldigen rächen. Begleitet wird er von seinem Ziehvater Roloff. An der Stelle im Moor, wo dieser ihn einst gefunden hat, steht nun eine geheimnisvolle Kapelle, in der ein geistig verwirrter Pater auf die Rückkehr des Satans wartet. Während alle sich auf die bevorstehende Kirmes vorbereiten, kommt Daniel des Geheimnis des Dorfes und einem grauenvollen Verbrechen auf die Spur .. |
| Rezension: |
Im Jahr 1668 ist in Deutschland nicht viel los, die Menschen erholen sich noch vom 30-jährigen Krieg und gehen ihrem Tagewerk nach. Auch wenn auf der politischen Bühne nicht viel passiert, passiert in dem kleinen Dörfchen Ahlbeck im Münsterland so allerhand: Hier werden Intrigen gesponnen, ein Mord geplant, unglücklich geliebt, um Tote geweint, ein neuer Schützenkönig gesucht und dunkle Ereignisse aus der Vergangenheit vertuscht. Nur der junge Schausteller Daniel ist nach Ahlbeck gekommen mit einem ganz konkreten Ziel: Rache an denen zu nehmen, die ihn als Baby beinahe umgebracht hätten. Mani Beckmann ist mit seiner lebendigen Geschichte über die Ereignisse in Ahlbeck 1668 eine authentische Reise in die Vergangenheit geglückt, die sowohl von den liebevoll gestalteten Figuren als auch von der dichten Atmosphäre und den unzähligen Details lebt, die sich harmonisch in die Erzählung einfügen. Im ersten Teil werden die Hintergründe und Ereignisse aus Daniels Sicht erzählt, während im zweiten Teil die Perspektiven wechseln, so dass die Geschichte an Fahrt aufnimmt und sich ein buntes Mosaik ergibt.
In diesem historischen Roman bekommt der Leser nicht nur jede Menge Spannung mit einer Prise Humor serviert, sondern gleichzeitig auch einen tiefen Einblick in das Leben der Menschen in einer Zeit, die von den Geschichtsbüchern vernachlässigt wird. Dass die Geschichte an manchen Stellen etwas vorhersehbar ist, tut dem Lesevergnügen keinen Abbruch, allerdings tauchen so viele Figuren und Namen auf, dass es hier leicht zu Verwirrung kommen kann. Wer auf Nummer sicher gehen will, dass er niemanden verwechselt und jedem Namen den jeweiligen Charakter richtig zuordnen kann, sollte sich ein Namensverzeichnis anlegen, das bedauerlicherweise fehlt. Dafür gibt es aber eine Karte der Umgebung und - was mir persönlich sehr gut gefällt - Kapitelüberschriften, die einen Teil der nun folgenden Handlung umschreiben (z.B.: "Drittes Kapitel: Stellt zwei eifrige Geistliche vor und bringt manch Wissenswertes über die Gemeinde Ahlbeck und ihre Bewohner").
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