"Ich kam an einem Dienstag im Herbst 1880 in San Francisco zur Welt, im Haus meiner Großeltern mütterlicherseits. Während in dem labyrinthischen Holzbau meine Mutter mit tapferem Herzen und verzweifelnden Gliedern sich keuchend mühte, mir einen Ausgang zu öffnen, kochte auf der Straße das ungezügelte Leben des Chinesenviertels mit seinem untilgbaren Geruch nach exotischer Küche, seinem lärmenden Sturzbach gebrüllter Dialekte, seinem hastenden Hin und Her unerschöpflicher Massen menschlicher Bienen..."
Als Aurora del Valle den Schleier zerreißt, der über ihrer Herkunft liegt, hat sie bereits eine bewegte Kindheit und Jugend zwischen Kalifornien, dem Europa der Belle Epoque und Chile hinter sich. Aufgewachsen ist sie im großzügigen und pompösen Haus ihrer Großmutter Paulina del Valle, die sie unter ihre Fittiche genommen hat, um sie 'in die Welt einzuführen'. Je mehr aber Aurora von der Welt kennenlernt, um so deutlicher wächst in ihr das Bedürfnis, aus eigener Kraft zu leben.
Eine Kamera, die sie als Kind geschenkt bekommt, wird ihr nach und nach zur Leidenschaft und zum Mittel der Suche nach ihrer persönlichen Wahrheit. Wer waren ihr Vater, ihre Mutter, und woher kommen die Laute einer fremden Sprache, an die sie sich zu erinnern glaubt? Als sie auf einer Photographie, die sie selbst gemacht hat, mit dem Verrat des Mannes konfrontiert wird, den sie liebt, entschließt sie sich, das Geheimnis ihrer Vergangenheit zu erforschen. (Quelle: amazon.de) |