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Das Wüten der ganzen Welt von Maarten t Hart
| Kurzbeschreibung: |
"Am Dienstag, 14. Mai 1940, legte ein Heringskutter nachmittags um halb fünf in einem Hafenstädtchen am Nieuwe Waterweg ab. An Bord waren sieben Mann Besatzung, ein "Prickenbeißer", eine Engländerin und drei jüdische Ehepaare..."
Dort, in der President Steynstraat, ist der Komponist Alexander Goudveyl als Sohn eines Lumpenhändlers aufgewachsen, großgezogen mit Gebeten und den alten Geschichten vom Krieg. Dreißig Jahre später erinnert er sich an diese Zeit, vor allem an den 22. Dezember 1956, einen regennassen Samstagnachmittag, an dem der Polizist Vroombout ermordet wurde... |
| Rezension: |
Das Wüten der ganzen Welt tobt in jedem Jugendlichen irgenwann einmal und wenn man wie Alexander Goudveyl auch noch der einzige Zeuge eines Polizistenmordes ist, dann scheint dieses Wüten zeitweise unüberwindbar zu sein. Doch bis es soweit ist, lernen wir erst einmal seine Welt kennen, die statt von Liebe und Fürsorge vor allem von Sparsamkeit und Einsamkeit geprägt ist. Erst nach und nach schafft es Alexander sich aus ihr zu befreien und sich immer mehr von seinen Eltern, die aus ihm unerfindlichen Gründen in der Umgebung nie wirklich akzeptiert wurden, zu lösen. Doch sein ganzes Leben ist bestimmt vor der Angst, dass der Mörder des Polizisten von einst zurückkehrt und den Zeugen seines Verbrechens tötet.
Maarten t' Hart schafft eine ganz eigene Atmosphäre, die geprägt ist von einer beklemmenden Beschaulichkeit, was sich zwar wie ein Widerspruch anhört, aber doch mein Gefühl gut widerspiegelt, das sich beim Lesen eingestellt hat. Vielleicht liegt es auch an dieser merkwürdigen Atmosphäre, dass mir der Erzählfluss zwischenzeitlich etwas träge vorkam. Die Auflösung, so spektakulär sie eigentlich ist, wird ebenfalls ruhig und im gleichen sanften Fluss präsentiert, was allerdings durchaus seinen Reiz hat - bleibt doch so genügend Raum für eigene Gedanken, ohne dass sie durch Effekthascherei erstickt werden. Ob die Geschichte als Roman oder als Krimi einzustufen ist, fällt mir schwer zu entscheiden, auf jeden Fall ist es eine Geschichte fernab vom Mainstream, die durchaus empfehlenswert ist. Man sollte jedoch eine ruhige Erzählweise mögen und auch der klassischen Musik etwas abgewinnen können, da ihr als der großen Leidenschaft der Hauptfigur, auch ein entsprechender Raum in der Handlung gegeben wird. |
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