| Die Geschichte von Victor Frankenstein, der aus wissenschaftlichem Interesse, blindem Ehrgeiz und dem Verlangen nach Ruhm heraus, ein lebendiges Wesen erschafft, ist auch auch heute nicht zuletzt angesichts der Fortschritte in der Genforschung noch so aktuell wie vor 200 Jahren. Verantwortung und die Frage nach dem Nutzen und der Gefahr des Fortschritts sind die zentralen Aspekte dieser beklemmenden Geschichte eines Mannes, der die Geister, die er rief, nicht mehr los wurde und sein ganzes Leben zerstörten. Als Mischung aus Briefroman und Erzählung konzipiert, wird "Frankenstein" aus mehreren Blickwinkeln erzählt: hauptsächlich von der Victor Franksteins selbst, aber auch dem seiner namenlosen "Kreatur" und seines Zuhörers Kapitän Walters, dem Frankenstein sein Leben schildert. Entgegen der landläufigen Meinung ist die Abgrenzung von Gut und Böse bei Frankensteins "Monster" nicht so einfach zu ziehen, Mary Shelley stellt vielmehr dar, welche Folgen die erzwungene Isolation eines lebendigen Wesens haben kann, das sich nach menschlicher Nähe und Liebe sehnt. Ein düsteres, spannendes und wichtiges Plädoyer für die Demut des Menschen und die Aufforderung, sich der Verantwortung bewusst zu werden, die mit dem Eindringen in die Natur einhergeht! |