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Mordfälle für Dorothy Parker / Alfred Hitchcock/ Greta Garbo von George Baxt


Originaltitel: The Dorothy Parker / Alfred Hitchcock / Greta Garbo Murder Case
Mordfälle für Dorothy Parker / Alfred Hitchcock/ Greta Garbo
Autor: George Baxt
ISBN: 3251003488
Genre: Krimi / Thriller
Serie: Jacob Singer
Ort: USA
Zeit: 20er Jahre
Sonstiges: 1., 2. und 4. Band der Jacob Singer-Reihe
Note: Note: 3


Drei Prominentenkrimis in einem großen dunklen Band. Und nicht nur Dorothy Parker, Alfred Hitchcock und Greta Garbo werden darin in allerhand Mordfälle verwickelt, sondern auch eine ganze Reihe anderer Figuren, die vor längerer oder kürzerer Zeit einmal den Walk of Fame beschritten haben.


Mordfall für Dorothy Parker:
In dem ersten der so genannten Prominentenkrimis begleiten wir die zynische und mit äußerst trockenem Humor gesegnete Dorothy Parker, die sich an Jacob Singer wendet, als einer ihrer Bekannten in eine delikate Situation gerät. Exzentrisch wie sie selbst ist auch das Leben der New Yorker Prominenz, die sich hier ein Stelldichein gibt. Ein ständiges Schmunzeln begleitet das Lesen der Ereignisse, die sich zwar um einen Mord drehen, doch der Charme des Buches entspringt vor allem dem Schreibstil von George Baxt. Erfrischend anders und doch - so vermute ich - fast unglaublich realistisch zeichnet er seine Figuren, die in einer außergewöhnlichen Situation aufeinandertreffen und sich doch ganz gewöhnlich menschlich verhalten. Die eingeflochtenen Bemerkungen und Beschreibungen der damaligen Gesellschaft machen diesen Krimi eher zu einer scharfzüngigen Satire auf die prominenten Künstler und Politiker im New York der 20er Jahre, was auch die relativ schnell abgehandelte Auflösung belegt. Dennoch amüsant zu lesen und wenn Dorothy Parker nur halb so originell und sarkastisch war, wie es George Baxt ihr hier in den Mund legt, werde ich demnächst auch etwas von ihr lesen.

Mordfall für Alfred Hitchcock:
München, 1925. Der Dreh von Alfred Hitchcocks erstem Film steht unter keinem guten Stern. Die politische Situation ist prekär, die Schauspieler maximal zweitklassig und dann wird auch noch sein Scriptgirl ermordet. Als Jahre später eine Person aus der unglückseligen Zeit aus München bei dem mittlerweile berühmten Hitchcock in London auftaucht, gerät dieser in einen Kriminalfall, wie er ihn besser nicht verfilmen könnte...
Zunächst einmal taucht in diesem zweiten Band der Prominentenkrimis bzw. der Jacob Singer-Reihe, wie sie auch genannt werden, der Polizist Jacob Singer nicht auf, was allerdings nicht weiter schlimm ist. Stattdessen kombinieren der Regiemeister selbst und seine Frau Alma um die Wette und geraten dabei in höchste Gefahr. Baxt schafft wie im ersten Prominentenkrimi eine wirklich realistische Atmosphäre, allerdings erinnert diese doch sehr an einen Edgar Wallace-Film. Auch wenn die Details sicherlich stimmig und die Szenen teilweise sehr amüsant und die Personen skurril sind, sprang der Funke der Begeisterung nicht so recht über. An einigen Stellen wirkt die Story arg konstruiert und so manche Wendung unglaubwürdig. Wer Edgar Wallace mag und außerdem neugierig auf einen etwas schwarz-humorigen "Einblick" in Alfred Hitchcocks Seelenleben ist, dem kann ich das Buch empfehlen.

Mordfall für Greta Garbo:
Auch in diesem Prominentenkrimi taucht Jacob Singer nicht auf, dafür eine Vielzahl anderer Figuren aus dem Showbusiness in Hollywood Anfang der 40er Jahre, die mir leider nicht alle ein Begriff waren. Dies mag auch der Grund dafür gewesen sein, dass mir dieser Band kein besonders großes Lesevergnügen bereitet hat, zumal Handlung und agierende Personen ständig wechseln und erst relativ spät klar wird, worum es überhaupt geht. Die Charakterisierung der Haupt- und Nebenfiguren sowie der amüsante Schreibstil Baxts ist - wie schon in den Vorgängerbänden - gelungen, soweit ich das beurteilen kann, doch fehlte mir eindeutig das Hintergrundwissen und der Plot konnte mich deshalb bis kurz vor Schluss (welcher mir allerdings wiederum gefallen hat!) nicht wirklich fesseln. Wer sich an diesem Krimi versucht, sollte sich vorher um ein Who is Who im Hollywood der 40er Jahre bemühen, damit Namen wie Salka Viertel, Peter Lorre, Erich von Stroheim, William Haines oder Marion Davies ein Gesicht erhalten und man die zahlreichen hintergründigen Andeutungen besser versteht.


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