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Ein Fall mit Liebe von Doris Gercke
| Kurzbeschreibung: |
"Ich weiß nicht, wie Sie darüber denken, aber manchmal kommt es mir vor, als hätten unsere Eltern uns zu etwas Besonderem erzogen, sagte die Frau. Mit einer Gabel, deren mittlere Zinken zusammengebogen waren, versuchte sie, ein Salatblatt aufzuspießen..."
Seit ein paar Monaten ist Christa Böhmer verschwunden. Ihr letztes Lebenszeichen: ein Brief an ihre alte Mutter aus einer Stadt in Vorpommern. Auf der Suche nach der Verschwundenen reist Bella Block in die neuen Bundesländer. Dort herrscht Aufbruchstimmung, alle träumen vom schnellen Erfolg und großen Geld. Und unter Einsatz ihres Lebens muss Bella feststellen, wie skrupellos manch einer sich diesen Traum zu erfüllen versucht... |
| Rezension: |
Bella Block ermittelt nicht mehr. Doch ausgerechnet eine Frau, die in den neuen Bundesländern verschwunden ist, weckt das Interesse der ehemaligen Privatdetektivin und so macht sie sich auf die Suche in eine Gegend, die gekennzeichnet ist durch eine Mischung aus Hoffnung und Resignation, eine Gegend, in der die Menschen zwischen Verklärung der Vergangenheit, Enttäuschung über die Gegenwart und Sorge vor der Zukunft leben. Eines ist allen Bella-Block-Krimis gemeinsam: Sie führen die Protagonistin und damit auch den Leser in trostlose Situationen an trostlose Orte, wo trostlose Menschen leben. Vielleicht ist es das, was diese Krimis so - fernab jeder Action - authentisch macht. Die hier beschriebenen Figuren könnten alle genauso existieren, ihre Ängste, Sehnsüchte, Hoffnungen tun es auf jeden Fall - irgendwo.
Doris Gerckes "Fall mit Liebe" ist eine zugleich beklemmende wie eindrucksvolle Studie der Situation kurz nach dem Mauerfall. Die hier handelnden Ostdeutschen wie Westdeutschen werden hier - ein wenig überspitzt, aber dennoch - treffend dargestellt und die Probleme, die sich aus dieser politisch einmaligen Situation nach 1989 ergeben, gut eingefangen. Der Kriminalfall selbst ist dabei offenbar nur der Aufhänger für die Schilderung eines gesamtdeutschen Problems, nicht zuletzt, weil der Fall und der Täter schon von Beginn an bekannt sind. Das an sich ist nicht schlimm, nur die Auflösung durch Protagonistin Bella Block ist wenig nachvollziehbar und wirkt deshalb konstruiert. Für Bella-Bock-Fans und Freunde der leisen Krimis und dichten Atmosphäre dennoch empfehlenswert. |
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