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Freie Hand für De Luca / Der trübe Sommer von Carlo Lucarelli
| Kurzbeschreibung: |
FREIE HAND FÜR DE LUCA:
"Die Bombe explodierte mit ungeheurem Krach genau in dem Augenblick, als der Trauerzug die Straße überquerte. De Luca warf sich instinktiv zu Boden und hielt sich die Hände schützend über den Kopf..."
In den Wirren des April 1945, kurz vor dem Einmarsch der Alliierten in Norditalien, wird ein Lebemann und Frauenheld ermordet. Merkwürdigerweise erhält De Luca bei seinen Ermittlungen freie Hand - und er ahnt, dass er als Marionette im politischen Machtkampf missbraucht werden soll...
DER TRÜBE SOMMER:
"Mitten auf dem Weg lag eine Mine. Irgendwer hatte seitlich ein wenig gegraben, den glänzenden Rand der Mine freigelegt und direkt daneben einen Stock mit einem roten Stoffetzen am oberen Ende in den Boden gerammt..."
Ein politisches Motiv vermutet De Luca auch am nächsten Tatort: Inkognito auf der Durchreise nach Rom, wird er in einem Dorf mit dem Tod einer ganzen Familie konfrontiert. Doch die Lösung des Falls entpuppt sich als Seiltanz - sein eigenes dunkles Geheimnis wirft ihn aus der Balance... |
| Rezension: |
FREIE HAND FÜR DE LUCA: Zwischen Fliegeralarm und Partisanen-Attentaten muss De Luca, der vor kurzem von der politischen Polizei zur Kriminalpolizei zurückgekehrt ist, einen Mord eines bekannten Frauenhelden auflösen. Die Indizien weisen auf allerhöchste Regierungskreise. Kurz und prägnant, doch nicht ohne Poesie erzählt der Autor den ersten Fall De Lucas, der nicht mehr als drei Tage (und etwas mehr als 100 Seiten) bis zur Auflösung in Anspruch nimmt. Das Lesen fühlt sich an wie ein kurzes, aber intensives Intermezzo. Die auf den ersten Blick nüchterne Erzählweise, hinter der sich jedoch viel mehr verbirgt, ist gewöhnungsbedürftig, aber auch faszinierend. Lucarelli führt den Leser ohne Einleitung in einen Dunstkreis aus politischen Machtkämpfen, Gestapomethoden und infiltrierten Polizeifunktionären, mit dem ich mich am Anfang etwas überfordert fühlte. Meine Empfehlung deshalb: Zuerst das Nachwort lesen, in dem einige politische Zusammenhänge erklärt werden.
DER TRÜBE SOMMER:
De Luca ist auf der Flucht vor seiner eigenen Vergangenheit. In einem kleinen Dorf auf dem Weg nach Rom wird er aufgehalten und soll in einem Fall ermitteln, bei dem vier Personen in ihrem Haus umgebracht wurden. Zwischen Angst vor der eigenen Entdeckung und dem inneren und äußeren Zwang die Morde aufzuklären, versucht De Luca seinen eigenen Weg zu gehen. „Der trübe Sommer“ ist wirklich trüb, denn obwohl der Krieg zu Ende ist, wird er überschattet von den unmittelbaren Nachwirkungen und „Aufräumarbeiten“. Die alten Strukturen leben immer noch, wenn auch mit anders verteilten Machtpositionen. De Luca ist ein untypischer Protagonist, krank, gezeichnet von der eigenen Angst und Vergangenheit, kann er seine Scharfsichtigkeit jedoch nicht verbergen. Der eigentliche Kriminalfall steht jedoch eher im Hintergrund, die politische und soziale Lage bestimmen das Buch. Gespannt verfolgt der Leser das Schicksal De Lucas, der trotz oder gerade wegen seiner Schwächen zutiefst menschlich wirkt. In seiner nüchternen und doch berührenden Sprache beschreibt Lucarelli mit dem Schwerpunkt auf Dialogen das Verhalten und die Einstellungen der Menschen der damaligen Zeit. Wer die Sympathien des Lesers erhält, überlässt er jedem Einzelnen, und egal wie man beim Lesen empfindet, zurück bleibt ein beklemmendes Gefühl. |
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