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Kalte Sonne von Stuart M. Kaminsky


Originaltitel: A Cold Red Sunrise
Kalte Sonne
Autor: Stuart M. Kaminsky
ISBN: 3442051118
Genre: Krimi / Thriller
Serie: Inspektor Rostnikow
Ort: Russland
Zeit: keine Angabe
Sonstiges: 4. Band der Inspektor Rostnikow-Reihe; Goldmann-Jubiläumsausgabe Band 39
Note: Note: 2


"Kommissar Ilja Rutkin klemmte die Aktenmappe unter den Arm, strich die Fellhandschuhe glatt, zog die Pelzmütze über die Ohren und band sich das Tuch vor den Mund, bevor er die Tür des Holzhauses öffnete und in den sibirischen Morgen hinaustrat. Er war nur widerwillig aus dem Bett gekommen, hatte sich nur widerwillig angezogen; es hatte ihn Überwindung gekostet, den kleinen Ofen anzuzünden, den Tee vom Vortag aufzuwärmen und den geräucherten Hering zu essen, der für ihn im Schrank gelegen hatte..."

In Tumsk, einer kleinen Siedlung in der unendlich weiten Landschaft Sibiriens, sind zwei Menschen unter mysteriösen Umständen ums Leben gekommen: Karla, die Tochter des Dissidenten Samsonow, stürzte von einer Klippe, als ihr Vater gerade eine Ausreisegenehmigung in den Westen erhalten hat. Und Kommissar Rutkin, der den Fall untersuchen soll, wird mitten auf dem Dorfplatz im Schnee liegend tot aufgefunden: Ein Eiszapfen wurde ihm durch das Auge ins Gehirn getrieben. Inspektor Petrowitsch Rostnikow, nach Sibirien strafversetzt, hat den Auftrag, die Morde zu lösen.


Russland Ende der 80er Jahre. Während Gorbatschow durch Glasnost versucht, den Verfall der Sowjetunion aufzuhalten, bestimmen immer noch alte Strukturen und die Akten des KGB das Leben des kleinen Mannes in Moskau. Inspektor Rostnikow, der für russische Verhältnisse auch mal eher unkonventionelle Ermittlungsmethoden anwendet, wurde vom Büro des Generalstaatsanwaltes in ein kleines Büro strafversetzt, das sich hauptsächlich mit kleinen, unwichtigen Delikten beschäftigt. Als im weit entfernten Sibirien ein Kommissar umgebracht wird, muss sich Rostnikow auf den Weg in eine Gegend machen, in der es niemals richtig hell wird, die Dorfgemeinschaft aus Ausgestoßenen besteht und man von Glasnost noch nichts gehört hat. Kaminsky beschreibt die unwirtliche Gegend Sibiriens nüchtern und eindringlich und lässt dadurch eine atmosphärische Dichte entstehen, die den Leser frösteln lässt. Neben dem eigentlichen Fall, der durch regelmäßige Wechsel in der Erzählperspektive (Rostnikow vs. Mörder) zunehmend spannend wird, erzählt Kaminsky parallel von den Geschehnissen im fernen Moskau, wo Rostnikows Kollegen gegen Kleinkriminelle vorgehen, und sich selbst dabei dem großen Staatsapparat beugen müssen. Wie nebenbei erfährt der Leser einiges über die politische und gesellschaftliche Situation im Russland der 80er Jahre. Empfehlenswert für Krimi-Fans, die feine (gesellschaftskritische) Zwischentöne einem blutigem Gemetzel vorziehen!


Tod eines Dissidenten ...


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