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Der Augentäuscher (HB) von Mathias Gatza


Originaltitel: Der Augentäuscher
Der Augentäuscher (HB)
Autor: Mathias Gatza
ISBN: 3899033698
Genre: Belletristik
Serie:
Ort: Deutschland
Zeit: Gegenwart
Sonstiges: k.a.
Note: Note: 2


Eine dunkel angelaufene Metallplatte, in die die Zahl 1673 geritzt ist - die Reste eines Fotos aus dem 17. Jahrhundert? Niemand glaubt dem Wissenschaftler bis er im Jahr 2002 am Elbufer einen Druckbogen findet. Er dokumentiert die Geschichte über Silvius Schwarz, begabter Maler und zugleich Libertin und Atheist, der aus einer Camera Obscura ein künstliches Auge gebaut hat. Seine Geliebte Sophie von Schlosser war ebenso Anlass für Neid und Missgunst wie seine Erfindung: die Eins-zu-Eins-Wiedergabe der Natur. Bald als Magier und Blasphemiker gejagt, wird Silvius auch der Ritualmorde verdächtigt, die die höfische Welt erschüttern...


"Der Augentäuscher" ist ein ebenso originelles wie anspruchsvolles Verwirrspiel auf drei Erzählebenen: In der Gegenwart - sozusagen auf übergeordneter Ebene - berichtet der "Herausgeber" der Geschichte von seiner (fast schon an Besessenheit grenzenden) Suche nach historischen Dokumenten über den geheimnisvollen Barockmaler Silvius Schwarz, von dem er glaubt, dass er bereits im 17. Jahrhundert die Fotografie erfunden hat. Dessen kurzweiliger Briefwechsel mit seiner geliebten Cousine Sophie von Schlosser ist die zweite Erzählebene. Sie zeichnet sich durch den schnellen Wechsel zwischen sachlichem Bericht (ER) und temperamentvoller Leidenschaft (SIE) aus. Das Bindeglied zwischen den beiden Ebenen stellt der Bericht des Buchsetzers Leopold dar, der die Ereignisse in und um Dresden rund um Silvius Schwarz im Jahr 1673 dokumentiert. Der Wechsel der Erzählebenen ist dank der vier unterschiedlichen Sprecher (jeweils einen für den Herausgeber, Silvius Schwarz, Sophie von Schlosser und Leopold) gut zu erkennen, vor allem die Stimmen von Sophie und dem Herausgeber haben mir gut gefallen. Dennoch macht das Verwirrspiel seinem Namen alle Ehre und irgendwann weiß der Hörer nicht mehr, welches Element nun den Kern des Romans darstellt: Ist es die Idee der Erfindung der Fotografie im Barock? Oder die geheimnisvolle Mordserie, die in dieser Zeit Angst und Schrecken in der Bevölkerung auslöst? Die Obsession eines Wissenschaftlers, für den der Zweck die Mittel heiligt? Leider findet sich darauf bis zum Ende keine befriedigende Antwort, was das Lesevergnügen - trotz einer ordentlichen Prise Humor auf allen Erzählebenen - etwas trübt.


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