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Blasmusikpop oder Wie die Wissenschaft in die Berge kam von Vea Kaiser


Originaltitel: Blasmusikpop oder Wie die Wissenschaft in die Berge kam
Blasmusikpop oder Wie die Wissenschaft in die Berge kam
Autor: Vea Kaiser
ISBN: 3462046039
Genre: Belletristik
Serie:
Ort: Österreich
Zeit: keine Angabe
Sonstiges: k.a.
Note: Note: 2


"Am Anfang war ein Berg, und viele stritten darüber, ob diese 1221 Meter überhaupt ein Berg seien oder nur ein Ausläufer des Großen Sporzer Gletschers. Wie ich, der Historiograph Johannes A. Irrwein, Nachfolger des Herodot von Halikarnassos, Enkel von Doktor Johannes Gerlitzen, mit eigenen Augen festgestellt habe, sind der grimmige Gletscher und der sanfte Angerberg, wie er von seinen Besiedlern genannt wurde, eng verbunden..."

Ein 14,8 Meter langer Fischbandwurm, eine Seifenkiste mit Kurs auf den Mond, ein ungeahnt attraktiver Mönch im Jaguar, ein fallender Engel, eine schwangere Dorfprinzessin, eine altphilologische Geheimgesellschaft, eine nordic-walkende Mütterrunde, ein Jungfußballer mit dem Herz am rechten Fleck, eine sinistre Verschwörung der Dorfältesten sowie jede Menge poppige Blasmusik gehören zum unvergesslichen Mikrokosmos dieses Romans, der durch seine Hingabe an leuchtende Details und skurrile Begebenheiten, durch seinen erzählerischen Furor und seine Vielstimmigkeit besticht. Vea Kaiser entfaltet mit Verve, Esprit und unwiderstehlichem Witz die große Geschichte eines kleinen Dorfes und erzählt von einer Familie, die über drei Generationen hinweg auf kuriose Weise der Wissenschaft verfallen ist.


Dies ist die Geschichte des fiktiven Bergdorfs St. Peter am Anger, das mit seinen knapp 500 Einwohnern in einem Tal mitten in den Sporzer Alpen liegt. Das Leben im Dorf ist geprägt von Traditionen, Ritualen und einem genau strukturierten Alltag. Hier kennt jeder jeden und jeder weiß, wo sein Platz im Dorf ist. Das war schon immer so. Bis Johannes Gerlitzen Ende der 50er Jahre in die Stadt geht, um Medizin zu studieren und einige Jahre später ganz verändert ("als so a hochg'schissener") zurückkehrt. Wie sich dies auf die nachfolgenden Generationen auswirkt, erzählt Vea Kaiser auf eine so liebevolle und liebenswerte Art, dass man ihr sofort jedes Klischee über das Dorfleben verzeiht. Und davon gibt es einige - angefangen von der festen Rollenverteilung zwischen den Geschlechtern bis hin zu der Tendenz, alles Neue erst einmal kritisch zu beäugen. Vieles davon mag überzeichnet sein, doch wer auf dem Dorf aufgewachsen ist, erkennt sicher so manche Situation (und Charaktere) aus den eigenen Erlebnissen wieder.
Die eigentliche Handlung wird immer wieder von den sehr kurzweiligen Notizen eines gewissen Johannes A. Irrwein unterbrochen, seines Zeichens Historiograph, der das Leben der "Bergbarbaren" von St. Peter am Anger genauer unter seine wissenschaftliche Lupe nimmt und damit interessante "Hintergrundinformationen" liefert.
Der Mittelteil hat ein paar Längen, doch gegen Ende zieht die Autorin noch einmal alle Register. Hierbei will sie vielleicht etwas zu viel des Guten - oder mag in der Tradition alter Heimatromane verstanden werden. Dann passt es (auch für mich) wieder. Alles in allem ist "Blasmusikpop" ein unterhaltsamer, mit viel Liebe und einem Augenzwinkern geschriebener Roman für Dorf- und Stadtmenschen, die sich auf einen Ausflug in einen ganz besonderen Mikrokosmos einlassen.


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