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Letzte Notizen aus dem Paradies von Clara Sanchez


Originaltitel: Últimas noticias del paraíso
Letzte Notizen aus dem Paradies
Autor: Clara Sanchez
ISBN: 350210641X
Genre: Belletristik
Serie:
Ort: Spanien
Zeit: 90er Jahre
Sonstiges: k.a.
Note: Note: 3


"Von uns zu Hause war es nicht weit bis zum Supermarkt und zur Einkaufspassage Minerva, zwei Stockwerke mit einer Glasgalerie, in der ich als kleiner Junge oft in einem Alfa Romeo gefahren war, in den man hundert Peseten einwerfen musste. Wir wohnten in einem Haus mit Garten, der in meiner Kindheit sorgfältig gepflegt war und während meiner Teenagerzeit ein wenig verwilderte..."

Es ist die Geschichte des jungen Fran, der in einer ganz normalen Vorstadt von Madrid aufwächst. Einer dieser typischen Vorstädte, die überall sein könnten, mit ihrer kleinbürgerlichen Welt der Intrigen, der unerfüllten Wünsche und der Lächerlichkeit. Fran mit seiner unerschöpflichen Phantasie schafft sich eine Welt, in der es sich zu leben lohnt. Das verlassene Apartment seines Freundes wird sein Refugium und sein ganz persönliches Paradies. Dort lernt er zum ersten Mal die Liebe kennen, die schöne Yu, und träumt von einem Leben in der Ferne. Denn hinter der Realität, die wir kennen, steckt noch etwas anderes. Etwas Wundervolles und Schönes - etwas, das uns an das Leben glauben lässt und uns die Chance gibt, Träume wahr zu machen.


Der junge Fran hat nicht gerade die besten Voraussetzungen für ein erfolgreiches Leben und tatsächlich jobbt er nach der Schule in der örtlichen Videothek anstatt zu studieren oder eine Ausbildung zu machen. Getrieben von Sehnsucht (nach einer richtigen Familie? der Liebe?) beobachtet er in seinem tristen Alltag die Menschen um ihn herum, formuliert seine Träume, die jedoch immer wieder an äußeren Umständen scheitern. An seinen Gefühlen und Gedanken teilzuhaben macht den Umstand wett, dass es in der Geschichte kaum Handlung gibt, denn seine Gefühle und Gedanken sind - wenn auch erstaunlich weise für sein Alter - durchaus nachvollziehbar und in der atmosphärischen Dichte der alltäglichen bis skurrilen Ereignisse weitgehend glaubwürdig.
Leider bleiben die anderen Figuren dem Leser jedoch merkwürdig fremd, vielleicht, weil Autorin Clara Sanchez sie eher als Randfiguren ohne eigenes scharfes Profil auftreten lässt, obwohl sie sicher einiges zu erzählen hätten. Der plötzliche Schluss wirft in gewisser Weise alles über den Haufen, die Erklärung hierfür bleibt die Autorin schuldig bzw. muss der Leser selbst kombinieren, was eher irritierend als unterhaltsam ist.


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