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Die Geliebte des Pilatus von Gisbert Haefs


Originaltitel: Die Geliebte des Pilatus
Die Geliebte des Pilatus
Autor: Gisbert Haefs
ISBN: 3442734142
Genre: Historisch
Serie:
Ort: Israel
Zeit: Antike
Sonstiges: k.a.
Note: Note: 2


"Duftende Salbe, das Gefühl kühler Seide auf gekühlter Haut, und die Gewissheit, sich beides nicht mehr lange leisten zu können. Der Vorrat an Goldmünzen war beinahe aufgebraucht..."

Es ist das Jahr 30 nach Christus. Eine geheimnisvolle Schöne, ein römischer Offizier, ein nubischer Fürstensohn, ein indischer Schankwirt: Sie alle ziehen in der Karawane des Händlers Demetrios von Adane an der südarabischen Weihrauchküste in Richtung Mittelmeer. Doch was ist der wahre Zweck ihrer Reise? Alle scheinen insgeheim ganz eigene Pläne und Ziele zu verfolgen. Als zwei der Mitreisenden tot aufgefunden werden, ist dies nur der Anfang einer Kette von Verrat, Überfällen und Intrigen...


Die titelgebende Geliebte des Pilatus, eine ägyptische Schönheit namens Kleopatra (nein, nicht DIE Kleopatra), spielt in diesem historischen Roman aus der Feder von Gisbert Haefs eine tragende Rolle, teilt sich jedoch die Bezeichnung Hauptfigur mit mehreren anderen Figuren, allen voran dem römisch-griechischen Händler Demetrios. Unter seiner Leitung begibt sich eine Karawane, die aus verschiedenen Personengruppen zusammengewürfelt ist, auf eine lange Reise durch die Wüste. Auf dem Weg passieren ebenso unheimliche wie bedrohliche Dinge und bald schon argwöhnt jeder über die geheimen Beweggründe der anderen für diese Reise. So wird die Geschichte auch aus verschiedenen Blickwinkeln erzählt und langsam ergibt sich wie ein Mosaik ein Gesamtbild, das spannend zu verfolgen ist, dem es aber am Ende nicht ganz gelingt, alle losen Fäden zu verknüpfen.
Haefs Erzählstil ist gewöhnungsbedürftig, verliert er sich stellenweise in viele Details, fehlen an anderer Stelle Informationen, was zu einer leichten Verwirrung des Lesers führen kann. Insgesamt bedarf es einiger Konzentration bei der Sache zu bleiben, insbesondere, wenn die Szenen nicht durch die wunderbar gelungenen Dialoge aufgelockert werden. Gut gefallen hat mir die Einbindung der historischen Persönlichkeiten, wobei die Szenen mit dem aufsehenerregenden Prediger Jehoschua, der vor allem dem Hohen Priester Kaiaphas ein Dorn im Auge ist, ein bisschen aufgesetzt wirken. Besser gelungen ist meiner Meinung nach die Darstellung der politischen und gesellschaftlichen Lage und die Intrigen, die von und über die selbsternannten "Herren der Welt" gesponnen werden. Wer über gewisse historische Vorkenntnisse verfügt, hat hier klar einen Vorteil, denn es gibt weder ein Personenverzeichnis noch ein Nachwort, das die damalige Situation nochmal kurz zusammenfasst. Für alle, die sich literarisch gerne in der Antike tummeln und anspruchsvoll erzählte Geschichten lieben, die sich am Rande großer historischer Ereignisse bewegen, ist der Roman jedoch auf jeden Fall empfehlenswert!


Mord am Millionenhügel ...


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