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Ein Traum von einem Schiff (HB) von Christoph Maria Herbst


Originaltitel: Ein Traum von einem Schiff (HB)
Ein Traum von einem Schiff (HB)
Autor: Christoph Maria Herbst
ISBN: 3839810922
Genre: Reisebericht
Serie:
Ort: keine Angabe
Zeit: Gegenwart
Sonstiges: k.a.
Note: Note: 5


Schauspieler Christoph Maria Herbst, bekannt aus der erfolgreichen TV-Serie "Stromberg", war im Januar 2010 zum ersten (und letzten?) Mal auf dem TV-Traumschiff engagiert und hat seine Erlebnisse rund um diese Winterreise auf dem Dampfer der Nation aufgezeichnet. Bei der Ankunft in Panama ist sein Koffer immer noch in Madrid, auf höchster See jagt er Pantoffeldiebe, an der chilenischen Küste wird er als Stromberg erkannt und beschimpft, und auf Bora Bora ist er viel zu hautnah dabei, als ein Zyklon die ganze Inselgruppe neu sortiert. Unvergessene Begegnungen mit Montezuma und liebenswerten öffentlich-rechtlichen Fossilen, aufgezeichnet mit höchst unterhaltsamem ironischen Blick auf Kollegen und Eingeborene, Sitten und Gebräuche.


Als großer Fan von Christoph Maria Herbst in seiner Paraderolle "Stromberg" ist man natürlich auf das neuste Werk von Herbst gespannt, den "Traum von einem Schiff", einer "Art Roman", in dem Herbst auf gewohnt schwarzhumorige Art von seinen Erlebnissen bei den Dreharbeiten auf der MS Deutschland, besser bekannt als "Das Traumschiff", berichtet. Die Art, in der er dies tut, ist tatsächlich die gewohnte, allerdings vielmehr die seines Alter Egos Stromberg, denn viel zu oft gleitet die spitzzüngige Erzählweise in eine fast schon beleidigende und derart respektlose Tirade ab, dass es selbst dem großzügigen Hörer peinlich wird. Dabei geht es gar nicht darum, wen Herbst veralbert, ob bei seiner Imitation von Wolfgang Rademann oder eines dicken deutschen Urlaubers - leider überwiegen die Momente des Fremdschämens die des Vergnügens und dann wirkt auch der sonst so punktgenaue Humor nicht mehr lustig, sondern nur noch platt. Schade, denn so bleibt der Eindruck, dass Herbst womöglich doch mehr mit Stromberg gemein hat, als man bis dato angenommen hat und das ist zumindest für meinen Geschmack dann weniger witzig.
An seiner Sprecherleistung gibt es dennoch nichts zu bemängeln, selbst lange und verschachtelte Sätze betont er so, dass es dem Hörer ein leichtes ist, zu folgen. Herbsts Erzählweise ist insofern absolut authentisch, als dass man beim Hören jederzeit seinen entsprechenden Gesichtsausdruck vor Augen hat und das Erzählte sozusagen wie einen Film vor sich ablaufen sieht. Doch das wiegt die Kritik und den Gesamteindruck des Inhalts leider nicht auf. Für Stromberg-Fans vielleicht noch zu empfehlen, für alle anderen wohl nicht.


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