Nach den erfolgreichen Ermittlungen im Fall Merete Lynggaard nehmen sich Carl Mørck und sein Assistent Assad vom Sonderdezernat Q den nächsten Fall vor, der vor vielen Jahren durch die Medien ging. Anders als im Erstling wurde der neue Fall eigentlich mit einer Verurteilung abgeschlossen, doch die Ungereimtheiten von damals lassen sowohl Assad als auch Carl Mørck keine Ruhe, erst recht nicht, als ihm signalisiert wird, diesen Fall ruhen zu lassen...
Wie schon im Vorgänger "Erbarmen" geht auch dieser Fall unter die Haut und reißt den Hörer mitten hinein in die dunkelsten menschlichen Abgründe. Und genau wie im ersten Teil wechseln auch hier die Erzählperspektiven, nur dass die Täter in diesem Fall eigentlich schon von Beginn an bekannt sind - es geht darum, sie zu überführen, obwohl, oder gerade weil sie geschätzte Mitglieder der dänischen Gesellschaft sind. Doch was damals wirklich geschehen ist und welche Geheimnisse sich dem sympathischen Ermittlerteam, das durch die etwas schrullige Sekretärin Rose komplettiert wird, noch offenbaren, zeigt sich erst nach und nach. Durch den ständigen Wechsel der Perspektiven wird Spannung aufgebaut, doch anders als im Vorgänger, wo Carl Mørck mit seinem Team ohne es zu ahnen gegen die Uhr kämpft, wird die eigentliche Spannung hier aus den Persönlichkeiten der Figuren gezogen - die zumindest auf der Täterseite mit einer (hier nicht näher genannten Ausnahme) allerdings relativ eindimensional sind, was ein bisschen schade ist. Dennoch ist auch dieser Fall des Sonderdezernats Q wieder mitreißend und nur für Hörer/Leser mit robustem Magen geeignet und man darf gespannt auf den nächsten Fall und auf die Ereignisse in Mørcks Privatleben warten, denn da scheint sich so einiges zu verändern...
An der Sprecherleistung von Wolfram Koch gibt es nichts auszusetzen, er erweckt die Figuren zum leben und schafft eine spannende und düstere Atmosphäre, in der es dem Hörer allzuoft kalt den Rücken hinunterläuft. |