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Jagdsaison von Andrea Camilleri
| Kurzbeschreibung: |
"Das Postdampfschiff "König von Italien" aus Palermo, das die Sizilianer in einer Mischung aus Gewohnheit, Trägheit und Ehrerbietung gegenüber dem Bourbonenkönig, der diesen Dienst eingerichtet hatte, dickköpfig weiterhin "Franceschiello" nannten, legte zu Silvester des Jahres 1880 Schlag zwei Uhr mittags im Hafen von Vigata an..."
Neun Tote in wenigen Monaten sollten in dem sizilianischen Städtchen Vigata eigentlich mehr Aufregung verursachen. Doch erst der neue Stadtkommandant aus dem Norden Italiens beginnt an der Zufälligkeit dieser Heimsuchung zu zweifeln. |
| Rezension: |
| Die Jagdsaison, um die es hier geht, findet im Jahr 1880 in Vigata, einem kleinen Dorf auf Sizilien statt und ist alles andere als gewöhnlich. Nicht nur, dass hier so einige delikate Geheimnisse aufgespürt werden, es bleiben auch so manche Personen auf der Strecke - allesamt aus einer Familie, was nicht nur das Misstrauen des Lesers weckt. Wer hier zur großen Jagd geblasen hat und warum kommt zwar nicht überraschend, doch im Laufe des Romans gerät dies auch immer mehr zur Nebensache, so sehr staunt, schmunzelt und kopfschüttelt der geneigte Leser über die Ereignisse. Natürlich sind diese teils haarsträubend, doch eingebettet in diese nur allzu menschliche Dorfgemeinschaft, wirken sie nur einen Tick überzeichnet und sind so das Salz in der Suppe oder die Raffinesse eines extravaganten Pinselstrichs in einem unterhaltsamen Sittengemälde. Allen, die nichts gegen etwas deftige Kost mit einer bittersüßen Note haben, dürfte der Ausflug nach Vigata gefallen, na dann: Waidmanns Heil! |
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