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Totenengel von Claus Cornelius Fischer
| Kurzbeschreibung: |
"Der Mann mit dem geflickten Brillengestell blieb stehen, wenn der Junge stehen blieb, und wenn der Junge weiterging, ging er auch weiter. Die ganze Zeit spürte der Mann den Druck der Pistole in der Ledertasche, die er mit beiden Armen gegen die Brust presste..."
Bei einem nächtlichen Kontrollgang durch das Rotlichtviertel von Amsterdam entdeckt Commissaris Bruno van Leeuwen die Leiche eines jungen Mannes. Obwohl nichts auf einen gewaltsamen Tod hindeutet, ordnet der Commissaris eine Autopsie an. Die Obduktion bestätigt seinen Verdacht: Der Tote wurde ermordet, erstickt mit einer Plastiktüte. Eine Woche später wird in Haarlem eine Frau leblos aufgefunden. Auch in diesem Fall ergibt die Autopsie Tod durch Ersticken. Die Ermittlungen führen Van Leeuwen zu einer ganzen Serie von unentdeckten Todesfällen, die vor einem halben Jahrhundert begann, als in einem kleinen Dorf im Norden Hollands ein grauenhaftes Verbrechen verübt wurde. Doch in der Sterbeklinik des zwielichtigen Arztes Klaas van der Meer nimmt die Untersuchung eine überraschende Wendung... |
| Rezension: |
In diesem 3. Teil der Reihe muss sich Commissaris Bruno van Leeuwen im Privaten wie im Beruflichen noch intensiver mit dem Tod auseinandersetzen als je zuvor: Seine geliebte Frau Simone ist vor wenigen Wochen gestorben und dann ermittelt er noch in zwei Fällen, die dem schmerzerfüllten und trauernden van Leeuwen einiges abverlangen. In beiden Fällen geht es um die Frage nach dem Lebenswillen und dem Schmerz, den es auszuhalten gilt oder aber vor dem man kapitulieren kann. In seiner aktuellen Verfassung haben die Fälle für van Leeuwen eine ganz besondere Bedeutung. Ob sie ihm helfen, seinen persönlichen Verlust zu verarbeiten, soll hier nicht verraten werden. Auf jeden Fall zieht sich auch hier die düstere Grundstimmung als typisches Merkmal der van Leeuwen-Krimis durch den gesamten Roman, auch wenn eine neue Figur eingeführt wird, die der ganzen Truppe um van Leeuwen mehr Farbe verleiht.
Zwei Fälle, die nichts miteinander zu tun haben, in einem Krimi zu bearbeiten, ist ungewöhnlich und hat mich zunächst irritiert. Doch Claus Cornelius Fischer gelingt es erneut, damit nicht nur die Authentizität der Arbeit eines Polizisten zu erhöhen, sondern auch das Grundthema des Romans sehr gut darzustellen. Liebe, Leben und Tod hängen eng zusammen und manchmal sind sie genau das Gerüst, das Menschen dazu bringt, andere Menschen zu töten. Wer die beiden Vorgängerbände mochte, wird auch diesen Krimi mögen, Neueinsteiger sollten sich von der depressiv erscheinenden Grundstimmung nicht abschrecken lassen und auch nichts gegen tiefsinnige und fast schon philosophische Szenen in einem Krimi haben. |
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