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Lieber Osama von Chris Cleave
| Kurzbeschreibung: |
"Lieber Osama, sie wollen dich tot oder lebendig, damit der Terror endlich aufhört. Obwohl, ich weiß nicht..."
Als Johanna bei einem Terroranschlag in London ihren Mann und ihren Sohn verliert, macht sie sich in einem Brief an Osama bin Laden persönlich Luft. Was folgt, ist eine Abrechnung mit der Gesellschaft und den Werten der westlichen Zivilisation. Johanna lässt dabei nichts aus: Sex, Mord, Terror, Tränen, breite Schlagzeilen und den allgemeinen Ausnahmezustand in unserer Welt. |
| Rezension: |
Als ihr Mann und ihr 4jähriger Sohn bei einem Terroranschlag auf das Arsenal-Stadion in London ums Leben kommen, ist im Leben der jungen Johanna nichts mehr wie es vorher war. Um mit diesem Schicksalsschlag fertig zu werden, beginnt sie einen Brief an Osama bin Laden zu schreiben, den Drahtzieher des Anschlags. In diesem Brief macht sie ihrer Trauer, ihrem Ärger, ihrer Hoffnungslosigkeit, ihrer Sehnsucht nach ihrem Sohn und ihrer tiefen Verzweiflung Luft. Trotz oder vielleicht gerade wegen ihres sozialen Stands und ihres eher schlichten Gemüts ist ihr Brief aber nicht nur eine Anklage einer Mutter gegen den Terror, sondern auch gegen die sozialen Unterschiede in der westlichen Welt und zugleich Ausdruck des schlimmsten Verlusts, den eine Mutter wohl erleiden muss und der verzweifelte Versuch, irgendwie weiterzuleben. Wie viele Traumatisierte "wählt" auch Johanna einen Weg, mit der Tragödie fertig zu werden, der ihr jedoch gleichzeitig den Weg zurück in ein normales Leben versperrt. Von vielen wird sie unverstanden und gemieden, nur wenige Freunde bleiben ihr, die jedoch alle selbst mehr oder minder mit der Katastrophe leben müssen und ihr eigenes Päckchen zu tragen haben.
Chris Cleave hat mit seinem Debütroman einen sehr bewegenden Roman vorgelegt, der vor allem durch seine Hauptfigur besticht. Ihre Gedanken und Gefühle sind für den Leser absolut nachvollziehbar, so verrückt sie auf den ersten Blick auch scheinen mögen und so teilt er ihre Verzweiflung und Trauer voller Empathie und hofft wider besseren Wissens in seinem tiefsten Herzen, dass so eine Situation möglichst vielen Menschen erspart bleibt. |
| Weitere Bücher von Chris Cleave: |
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