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Der dritte Bruder von Nick McDonell


Originaltitel: The Third Brother
Der dritte Bruder
Autor: Nick McDonell
ISBN: 3462037315
Genre: Belletristik
Serie:
Ort: USA
Zeit: Gegenwart
Sonstiges: k.a.
Note: Note: 4


"Mike war privilegiert, und er hatte Probleme. Er wusste, wenn man mit Geld aufwächst, denkt man nicht übers Reichsein nach, und dasselbe gilt wahrscheinlich auch für Mut..."

Mike hat Glück: Seine Eltern besitzen ein Ferienhaus in Long Island, berühmte Freunde gehen ein und aus, ihm wurde die beste Schulbildung zuteil, und sein älterer Bruder Lyle beschützte ihn, wenn ihre Eltern mal wieder stritten. Im Jahr 2001 macht Mike ein Volontariat bei einer Zeitung in Hongkong, von wo aus er nach Bangkok geschickt wird, um dort über die Backpacker-Szene zu schreiben und um einen Journalisten zu finden, der untergetaucht ist. Bangkok fasziniert ihn - trotz der Exzesse und der Gewalt, die ihm begegnen. Doch als ihn die Nachricht vom Tod seiner Eltern erreicht, fährt Mike zurück in die USA, um seinem Bruder beizustehen, der Wahnvorstellungen hat und glaubt, dass an allem ein dritter Bruder schuld sei. Dann passiert der amerikanische Alptraum, und während das World Trade Center brennt, begibt sich Mike auf die Suche nach Lyle, der gleich neben den Twin Towers wohnt, um ihn zu retten.


Wer kurze Kapitel und Szenenwechsel liebt, der kommt bei "Der dritte Bruder" voll auf seine Kosten, denn in den teilweise nur eine halbe Seite langen Kapiteln wechselt Autor Nick McDonnell munter zwischen verschiedenen Zeitebenen hin und her. Dem Leser fällt es durchaus leicht, in den jeweiligen Handlungsstrang einzusteigen und die Erlebnisse des Protagonisten Mick in Bangkok, den Erinnerungen aus seiner Kindheit und Jugend und schließlich den Ereignissen am 11. September in New York zu verfolgen. Jeder Handlungsstrang für sich ist in seiner Kürze und Prägnanz in sich stimmig, doch leider fügt sich alles nicht zu einem harmonischen Ganzen zusammen. Es gelingt nicht, die losen Fäden, die McDonnell in der Kürze der Seiten sehr zahlreich legt, miteinander zu verknüpfen, sondern sie wirken am Ende eher halbfertig, so als wäre dies nur ein Entwurf für einen umfangreicheren Roman. Für den Leser bleiben zwar eigentlich keine Fragen offen, doch es fehlt der umspannende Bogen, der die Geschichte selbst und auch die schrittweise enthüllten Offenbarungen zu etwas Besonderem macht. Schade.


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