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Die Geschwindigkeit des Dunkels von Elizabeth Moon


Originaltitel: The Speed of Dark
Die Geschwindigkeit des Dunkels
Autor: Elizabeth Moon
ISBN: 3423245980
Genre: Belletristik
Serie:
Ort: keine Angabe
Zeit: Zukunft
Sonstiges: k.a.
Note: Note: 1


"Fragen, immer nur Fragen. Und sie warteten nie auf die Antworten..."

Der junge Autist Lou Arrendake bekommt die Möglichkeit, seinen Autismus "heilen" zu lassen und seine Persönlichkeit damit völlig zu verändern. Aber soll er das wirklich tun?


Irgendwann in naher Zukunft: Lou Arrendale ist Autist und weiß es. Es stört ihn aber nicht mehr, denn er hatte ungefähr 40 Jahre Zeit, sich mit seinem Anderssein zu arrangieren und hat jetzt einen anspruchsvollen Job, eine eigene Wohnung und Hobbys, mit denen er alleine oder mit seinen Freunden seine Freizeit verbringt. Doch plötzlich kann Lou sich einer neuen Behandlungsmethode unterziehen lassen, die den Autismus verschwinden lässt, so dass er ein „normaler“ Mensch wird...
Lou Arrendale ist ein außergewöhnlicher Mensch, und das ganz gewiss nicht trotz, sondern mit Sicherheit wegen seiner Besonderheit, dem Autismus. Zusammen mit ihm erlebt der Leser das alltägliche Leben eines autistischen Mannes, das von Routinen und Mustern geprägt ist und in dem Gefühle immer als ein bisschen unheimlich wahrgenommen werden. Die Geschwindigkeit des Dunkels ist nicht nur Lous Lieblingsthema, mit dem er sich gerne und in vielen Situationen gedanklich beschäftigt, sondern auch das Leitmotiv dieses wunderbaren Romans von Elizabeth Moons, der auf einzigartig sensible Art und Weise ein schwieriges Thema behandelt ohne kitschig oder unrealistisch zu wirken. Durch die verschiedenen Blickwinkel, aus denen der Leser Szenen aus der Geschichte von Lou Arrendale erfährt, entsteht ein komplexes Bild aus Selbst- und Fremdwahrnehmung, das den Eindruck vermittelt, direkt an der Handlung beteiligt zu sein.
„Die Geschwindigkeit des Dunkels“ ist jedoch nicht nur die Geschichte eines Mannes, sondern auch ein Gedankenspiel der Ethik, der Ethik des Umgangs mit Menschen, die in irgendeiner Form anders sind als die „Norm“ und der Ethik der Wissenschaft. Wer bestimmt überhaupt die Norm, und wie weit darf Wissenschaft gehen, um die Würde des Menschen nicht zu verletzen? Ist Heilung = Verbesserung? Was macht die Persönlichkeit eines Menschen aus? Meinem Empfinden nach gibt Elizabeth Moon in diesem Roman keine Antwort auf diese Fragen, aber sie regt zum Nachdenken an und das so sensibel und zugleich eindringlich, wie es das Thema verdient.


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