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Onitsha von J.M.G. Le Clézio


Originaltitel: Onitsha
Onitsha
Autor: J.M.G. Le Clézio
ISBN: 3462041193
Genre: Belletristik
Serie:
Ort: Afrika
Zeit: 50er Jahre
Sonstiges: k.a.
Note: Note: 4


"Die Surabaya, ein schon alter Passagierdampfer von sechstausenddreihundert Registertonnen der Holland-Afrika-Linie, hatte soeben das schmutzige Gewässer der Gironde-Mündung hinter sich gelassen und nahm Kurs auf die Westküste Afrikas. Fintan blickte seine Mutter an, als sähe er sie zum erstenmal..."

Im Alter von 12 Jahren kommt Fintan Allen mit seiner Mutter von Frankreich nach Onitsha in Nigeria. Die Mutter tut sich schwer in der engstirnigen Kolonialgesellschaft der fünfziger Jahre. Fintan aber findet Freunde unter den Schwarzen. Er erlebt wilde Abenteuer und erhält Zugang zu einer ihm fremden, geheimnisvollen archaischen Welt.


In "Onitsha" nimmt Nobelpreisträger J. M. G. Le Clézio seine Leser mit in die gleichnamige Stadt in Nigeria, in die der 12jährige Fintan in den 50er Jahren zusammen mit seiner Mutter reist, um dort mit seinem Vater, an den er sich nicht erinnern kann, zu leben. Nicht nur für den Jungen ist Onitsha eine völlig fremde Welt, auch seine Mutter hat - ganz anders als sein Vater, der dort seine Bestimmung wähnt - mit dem Klima, der Kultur und dem Verhalten der übriggebliebenen arroganten Kolonialherren. Le Clézio gelingt es ohne Frage, die Strapazen der Seereise und die zauberhafte Schönheit und Eigenwilligkeit Afrikas einzufangen, den Leser mit allen Sinnen zu berühren und all das Fremde aus der Sicht Fintans mit kindlicher Neugier und Unbedarftheit kennenzulernen. Fintans Vater ist ein Fremder und bleibt es allerdings auch: ein fast schon fanatisch Suchender, der unbedingt die geheimnisvolle Stadt Meroe finden will. Wie sehr er sich getrieben fühlt, welche Visionen und Träume ihn plagen, erfährt er Leser in einer Art Zwischenspiel, doch mir persönlich ist er dadurch nicht näher gekommen, vielmehr wurde der ruhige Lesefluss der Haupthandlung durch die vielen mir unbekannten Namen und ungeklärten Zusammenhänge eher gestört, das Weiterlesen wurde mühsamer. Zurück bleibt ein zwiespältiger Eindruck, so dass ich weder eine eindeutige Leseempfehlung noch ein entschiedenes Abraten zu geben vermag.


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