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Der gestohlene Abend von Wolfram Fleischhauer
| Kurzbeschreibung: |
"Mein Rezept gegen Stress lautete jahrelang: Schwimmen. Es war mein Mittel gewesen, durch das Pubertätschaos zu kommen..."
Der Pool des Colleges lag im hellen Licht des frühen Morgens. Noch waren sie die Einzigen. Matthias stand bis zur Brust im Wasser und umfasste Janines Taille. Ihr Badeanzug streifte seinen Oberschenkel, als er ihr erklärte, wie man eine Rollwende macht. Natürlich durfte er sich keinen Illusionen hingeben, Janine war mit David zusammen. Eigentlich hatte Matthias sich an der renommierten Hillcrest-Universität eingeschrieben, um etwas über Literatur zu erfahren, um die neuen spektakulären Thesen Professor de Vanders kennenzulernen. Während Matthias noch mit seiner Situation hadert, ist es ausgerechnet David, sein großer Rivale, der ihm die Augen öffnet über die erschütternde Wahrheit hinter de Vanders Thesen. |
| Rezension: |
Mit seinem neuen Roman hat Wolfram Fleischhauer mal wieder eine außergewöhnliche Geschichte vorgelegt, an der bemerkenswert ist, dass sie in keine Schublade passt. Eng an tatsächliche Ereignisse und autobiographische Erlebnisse während eines USA-Aufenthalts an einer Universität angelehnt, entführt Fleischhauer den Leser mitten hinein ins amerikanische Campusleben und die Theorien der Literaturwissenschaft. Auch der auf diesem Gebiet unwissende Leser wird sofort hineingezogen in die Geschichte, deren Spannung mit jeder Seite steigt. Diese Spannung wird aus mehreren Handlungs- und Erzählebenen gezogen, die nicht nur die Erlebnisse des Studenten Matthias schildern, sondern auch literaturtheorische Diskussionen betreffen.
"Der gestohlene Abend" ist ein tiefgründiger und anspruchsvoller Universitätsroman abseits des Mainstreams, der die Neugier des Lesers weckt, sich intensiver mit der Materie auseinanderzusetzen und dazu anregt, über die Gepflogenheiten im Wissenschaftsbetrieb ebenso nachzudenken wie über den Zusammenhang (oder Widerspruch?) von Wissen und Gewissen. |
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