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Der Fundamentalist, der keiner sein wollte von Mohsin Hamid


Originaltitel: The Reluctant Fundamentalist
Der Fundamentalist, der keiner sein wollte
Autor: Mohsin Hamid
ISBN: 3455400477
Genre: Belletristik
Serie:
Ort: Pakistan
Zeit: Gegenwart
Sonstiges: k.a.
Note: Note: 3


"Entschuldigen Sie, Sir, kann ich Ihnen behilflich sein? Oh, jetzt habe ich Sie erschreckt..."

Der Pakistani Changez erzählt, wie er als junger, ehrgeiziger Gaststudent nach Princeton kommt und wie er den »amerikanischen Traum« par excellence erlebt. Als Vorzeigestudent wird er nach seinem Abschluss sofort von einer Elite-Firma engagiert. Er stürzt sich ins pulsierende Leben New Yorks, erhält durch seine reiche Freundin Erica Zugang zu Manhattans High Society und wähnt sich auf der Seite der Gewinner. Aber nach dem 11. September fällt der Traum vom unaufhaltsamen Aufstieg langsam in sich zusammen. Plötzlich erscheint Changez die Bindung an seine Heimat stärker als Geld, Macht und Erfolg.


Der junge Pakistani Changez erzählt einem ihm unbekannten Amerikaner in einem Café in Lahore seine Geschichte: wie er in Amerika studierte, aufgrund seines hervorragenden Universitätsabschluss einen begehrten und gutbezahlten Job in der Finanzbranche erhielt, von seiner Liebe zu der Amerikanerin Erica und wie die Ereignisse vom 11. September 2001 sein Leben veränderten. Besonders letzteres ist sehr eindrucksvoll beschrieben: Vor den Anschlägen war er in der U-Bahn einer von vielen in der Multikulti-Metropole New York, danach wird er misstrauisch beäugt, ja sogar angepöbelt. Changez ist ein "Fundamentalist, der keiner sein wollte", doch auch wer aufmerksam seinem Monolog lauscht, aus dem das ganze Buch besteht, versteht nicht wirklich, was ihn letztlich zu einem gemacht hat, woher seine Abneigung stammt, welche Gedanken ihm durch den Kopf gehen. Seine Liebesbeziehung zu Erica und auch deren eigene Geschichte ist tragisch, fügt sich aber irgendwie nicht harmonisch in das Gesamtbild ein. Mich persönlich hätte der persönliche und familiäre Hintergrund von Changez viel mehr interessiert, dieser wird jedoch nur kurz und mit Schwerpunkt auf der gesellschaftlichen Stellung der Familie beschrieben. Auch zwischendurch hätte ich mir noch mehr Informationen - sei es auf der Gefühls- oder Handlungsebene - gewünscht. Das Ende entspringt einer originellen Idee, aber auch sie wirkt auf mich irgendwie unausgegoren, was wirklich schade ist, da so der Clou einfach verpufft. Was in Erinnerung bleibt ist ein kurzer, aber intensiver Eindruck davon, wie sich das Leben der Menschen, die aus islamischen Ländern stammen und in den USA leben, nach dem 11. September verändert hat. Changez persönliche Geschichte dagegen wird schon bald verblassen.


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