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Der letzte Harem von Peter Prange


Originaltitel: Der letzte Harem
Der letzte Harem
Autor: Peter Prange
ISBN: 3426196573
Genre: Historisch
Serie:
Ort: Türkei
Zeit: 1900er
Sonstiges: k.a.
Note: Note: 1


"Es war die Kadir-Nacht, die Nacht, die sich in vielen Jahren nur einmal ereignet, wenn die Geburt des Propheten Mohammed zusammenfällt mit der letzten Nacht des Fastenmonats Ramadan, in der Allah den Koran zur Welt herabsandte: jene geheimnisvolle Nacht der Nächte, in der nach dem Glauben der Rechtgläubigen alles, was auf Erden existiert, ob Pflanzen, Tiere oder Menschen, sich vor dem Schöpfergott verneigt und Wünsche in Erfüllung gehen..."

Es ist die Geburtsstunde der modernen Türkei, Revolution und Krieg überziehen das Land. Sultan Abdülhamid wird ins Exil verbannt, sein Harem aufgelöst. Im Palast bleiben Hunderte Frauen schutzlos zurück, auch Fatima und Eliza. Was ist ihr Kismet, das Schicksal, das ihnen vorherbestimmt ist? Auf sich allein gestellt, müssen die Freundinnen lernen, sich in der fremden Wirklichkeit zu behaupten. Da treten zwei ungewöhnliche Männer in ihr Leben: Felix, ein Arzt aus dem fernen Deutschland, und Taifun, ein Offizier der neuen Regierung. Gelingt es der Liebe, eine Brücke zu bauen zwischen Orient und Okzident, zwischen Vergangenheit und Zukunft? Während das Land in Flammen aufgeht, droht ihre Leidenschaft den einzigen Halt zu zerstören, der den jungen Frauen geblieben ist: ihre Freundschaft.


Der Zusammenbruch des Osmanischen Reiches und die Geburtsstunde der modernen Türkei – diese historische Epoche hat sich Peter Prange für seinen neuen Roman „Der letzte Harem“ ausgesucht und er entführt den Leser hier mitten hinein in eine für Westeuropäer fremde Welt zu Beginn des 20. Jahrhunderts, in der junge Mädchen entführt wurden, um in die Haremsschule verschleppt, auf das Dasein als eine von vielen Geliebten, im besseren Fall als eine der Favoritinnen oder gar der Ehefrauen des mächtigen Sultans vorbereitet zu werden. In diesem hermetisch abgeschlossenen Mikrokosmos sind Machtkämpfe und Intrigen an der Tagesordnung, jede der Frauen versucht, die für sie beste Position zu erlangen. Und während sich mitten im Harem zwei Freundinnen um ein gutes Kismet bemühen, zerfällt draußen das Osmanische Reich und mit ihm die jahrhundertealten Traditionen und Werte, um neue Ideen zu verwirklichen – und das um jeden Preis...

Peter Prange zeichnet seine Figuren klar und authentisch, sie erwachen vor dem geistigen Auge des Lesers zum Leben und lassen ihn mitfühlen und mitleiden. Vor dem politischen Hintergrund einer zerrissenen Gesellschaft wird der Begriff der Freiheit neu definiert und auf gewisse Weise auch in Frage gestellt, wenn die Freiheit des Einzelnen in Elend und Tod endet. Und doch ist „Der letzte Harem“ auch eine Geschichte über Mut und Freundschaft und über die Freiheit als Chance, die – wenn die Menschen es zulassen – ein Neuanfang für ein besseres Leben sein kann. Menschliche Sehnsüchte und Abgründe werden schonungslos aufgedeckt, so dass am Ende ein unangenehmes Gefühl zurückbleibt, das sich jedoch keineswegs auf den Roman, sondern auf die hier beschriebenen Ereignisse bezieht. „Der letzte Harem“ ist ein packender und schmerzhafter Roman über zwei Frauen, die in einer unmenschlichen Situation ihren Weg zu gehen versuchen und empfehlenswert für alle Liebhaber historischer Romane, die es schätzen, wenn bei dem Lesen Fragen aufgeworfen werden, die zum Nachdenken und zur weiteren Beschäftigung mit den hier beschriebenen historischen Ereignissen anregen.


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