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Der siebzehnte Engel von Stuart Archer Cohen


Originaltitel: The Stone Angels
Der siebzehnte Engel
Autor: Stuart Archer Cohen
ISBN: 3442546303
Genre: Krimi / Thriller
Serie:
Ort: Argentinien
Zeit: Gegenwart
Sonstiges: k.a.
Note: Note: 1


"Roger Waterburys Leiche war im vergangenen Oktober in einem qualmenden Ford Falcon am Stadtrand von Buenos Aires gefunden worden, im Wagen verstreut sechs Bodypacks Kokainhydrochlorid, im Schädel des Toten ein 9-Millimeter-Projektil. So fingen solche Geschichten oft an, und so hörten sie meistens auch gleich wieder auf..."

Buenos Aires - eine Stadt zwischen Melancholie und pulsierendem Leben. Hier soll Comisario Miguel Fortunato den Mord an dem amerikanischen Schriftsteller Robert Waterbury aufklären. Waterbury hatte in der Stadt nach Inspiration für seinen neuen Roman gesucht. Ein Thriller sollte es werden, um schöne Frauen, mächtige Männer, um Schuld und Sühne. Doch dann wurde Waterbury selbst ermordet - angeblich ein Streit im Drogenmilieu. Obwohl viele Fragen offen blieben, legte die Polizei den Fall rasch zu den Akten. Niemand scheint wirklich an der Aufklärung interessiert, bis die junge amerikanische Menschenrechtsexpertin Athena Fowler nach Buenos Aires kommt. Gemeinsam mit Comisario Fortunato sucht sie nach der Wahrheit. Doch der weiß längst, wer der Mörder war. Was er nicht weiß: Warum und von wem er zu der Tat getrieben wurde...


„Der siebzehnte Engel“ ist in jeder Hinsicht ein außergewöhnlicher Thriller und die Tatsache, dass er in Argentinien, einem von Militärjunta und Diktatur gebeutelten Land, spielt, ist der notwendige Rahmen für das, was sich auf rund 400 Seiten hier vor dem Leser ausbreitet: Willkür, Korruption, Elend und Gewalt. Daneben die süße und zugleich schwere Melancholie des Tango und die Schönheit der Stadt Buenos Aires, die trotz allem die Besucher sofort gefangen nimmt. Mitten in diesem Drehkreuz der Gegensätze begleiten wir Comisario Miguel Fortunato, der soeben seine geliebte Frau an den Krebs verloren hat und sich nun mit dem Mord an einem amerikanischen Schriftsteller beschäftigen muss. Ihm zur Seite wird die engagierte Menschenrechtsexpertin Athena Fowler gestellt, die anders als die Polizei ein echtes Interesse an der Aufklärung des Falls hat. Sie ist das Sinnbild der Unschuld und Ehrlichkeit auf der Suche nach Gerechtigkeit, in einem Land, in dem niemand mehr daran glaubt, dass so etwas überhaupt existiert. Neben der durchgängig beklemmenden, ja fast erdrückenden Atmosphäre, ist die Art der hier angestellten Ermittlungen einmalig. Schon nach wenigen Seiten kennt der Leser den Mörder, doch damit beginnt die Jagd erst... Cohen spielt mit den Ängsten und Sympathien des Lesers ebenso geschickt wie mit seinen moralischen Grundvorstellungen und vermeintlich politisch korrekten Ansichten und zwingt ihn förmlich dazu, gegen den inneren Widerstand Stellung zu beziehen. Wenn sich das Netz um den Täter dann immer enger zusammenzieht und das große Finale in der Luft liegt, dann hat auch der Leser eine Ahnung davon bekommen, was es heißt, in einem Land wie Argentinien zu leben. Großes Kino – ohne Abzüge!


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