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Galgentochter von Ines Thorn
| Kurzbeschreibung: |
"Hella schreckte von ihrem Kissen hoch, sah verstört um sich und schüttelte den Schlaf ab. Durch die Holzläden drang die Morgendämmerung und holte die Gegenstände des Schlafzimmers langsam aus dem Dunkel der Nacht..."
Als auf dem Frankfurter Galgenberg die Leiche einer Hure gefunden wird, ist für Richter Blettner klar: Es war Selbstmord. Doch seine scharfsinnige, junge Frau Hella sieht das anders. Als man kurz darauf am gleichen Ort einen ermordeten Gewandschneider findet, beschließen Hella und ihre Mutter, die Witwe Gustelies, dass es höchste Zeit für eine ordentliche Ermittlung ist... |
| Rezension: |
Mit der "Galgentochter" legt Ines Thorn erneut einen spannenden historischen Roman vor und begibt sich mit diesem Auftakt einer neuen Serie ins Subgenre historischer Kriminalromane, was ihr - soviel sei vorweg genommen - rundum gelungen ist. Vor allem, dass die beiden Anteile (historisch + Krimi) ausgewogen sind und stilistisch sowie inhaltlich wunderbar ineinandergreifen, trägt zum runden Gesamteindruck der Geschichte bei, so dass Krimifans wie Freunde historischer Romane voll auf ihre Kosten kommen . Gewohnt routiniert bewegt sich die Autorin in der von ihr zum Leben erweckten historischen Welt und lässt die Atmosphäre zum Greifen nah und die Figuren authentisch und lebendig werden. Dabei beschönigt sie nichts, was dem empfindliche(re)n Leser vielleicht aufstoßen mag, da es einige sehr unschöne und brutale Szenen gibt, die jedoch nach meinem Dafürhalten für die Geschichte selbst und ihr "Gelingen" wichtig sind.
Ihre Hauptfiguren sind authentisch und liebenswert und es macht Spaß sie bei ihren "Ermittlertätigkeiten" zu begleiten. Der Kriminalfall selbst ist in sich schlüssig und lädt zum Miträtseln ein, wobei mir sehr gut gefallen hat, dass er vor allem (aber nicht nur!) ein Fall seiner Zeit ist, also die gesellschaftlichen und sozialen Rahmenbedingungen der frühen Neuzeit nicht unerheblich dazu beigetragen haben, dass es überhaupt zu einem Fall kam.
Die Galgentochter ist ein spannendes Lesevergnügen, das durch die Kunst der Autorin, die Emotionen des Lesers zu lenken, und dabei sowohl Ernstes als auch Lustiges sowie viele historische Details geschickt in die Handlung einzubinden, überzeugt. Ein gelungener Auftakt einer neuen Reihe historischer Krimis, die hoffentlich schon bald fortgesetzt wird! |
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