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Die Pension Eva von Andrea Camilleri
| Kurzbeschreibung: |
"Kurz vor seinem zwölften Geburtstag verstand Nenè endlich, was zwischen den Männern und den Frauen in der Pension Eva vor sich ging. Seit er die Grundschule beendet hatte, erlaubte seine Mutter ihm, allein zum Hafen zu gehen, wo sein Vater arbeitete; und von da an war seine Neugier geweckt..."
Die Pension Eva ist das Bordell in der sizilianischen Stadt Vigàta. Hier verbringt der junge Nenè viele Stunden. Aber nicht, um mit den Frauen zu schlafen, sondern um sich ihre Geschichten erzählen zu lassen. Denn sie lehren ihn, das Leben zu verstehen.
Im Sizilien der vierziger Jahre herrscht Krieg. Und was für Nenè auf geheimnisvolle Weise beginn - die Sexualität, die Hingabe zur Literatur, das Leben selbst -, droht unter den Trümmern zu ersticken. Und doch gibt es eine Kraft, die sich wie ein Hauch über die zerbombte Stadt legt und alles verzaubert. Die Liebe. |
| Rezension: |
Ich gestehe, ich kann mit den Krimis von Andrea Camilleri nichts anfangen, doch wie sich mit „Die Pension Eva“ herausstellte, lag es durchaus nicht an dem Autor, sondern nur an der Kombination von Camilleri und Krimi. Mit diesem kurzen, aber keineswegs kleinen Roman von gerade mal 174 Seiten, den Camilleri selbst im Nachwort keinem Genre zuzuordnen weiß, hat er für mich seine Erzählkraft unter Beweis gestellt.
Im Sizilien der 40er Jahre begleiten wir den jungen Nenè auf dem Weg ins Erwachsenwerden und mit ihm seine beiden besten Freunde und die zahlreichen Mädchen, die in dem Bordell „Pension Eva“ für jeweils zwei Wochen arbeiten, bevor sie weiterziehen und die den Freunden einen kleinen Einblick in ihr Leben geben. Fast poetisch, doch von einer konsequenten Klarheit beschreibt Camilleri die Ereignisse, die er in einer wunderbar eingefangenen Atmosphäre anzusiedeln weiß. Dabei wechseln sich lustige und ernste Themen ab, wobei letztere aber durchaus mit einer Leichtigkeit erzählt werden, die nichts beschönigt und den teilweise tragischen Ereignissen immer gerecht wird, aber dennoch den Zauber der unbeschwerten Jugend nie verliert.
Ein feines Buch über die Freundschaft und die Menschlichkeit und nicht zuletzt über die Liebe! |
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