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Die einsamen Schrecken der Liebe von James Meek
| Kurzbeschreibung: |
"Als Kyrill Iwanowitsch Samarin zwölf war - Jahre bevor er, neben dem Duft von Büchern und Parfüm im Rock eines Mädchens den Geruch von Dynamit einatmete -, bedrängte er seinen Onkel, seinen Vatersnamen gegen einen anderen zu tauschen. Er wollte nicht mehr "Iwanowitsch" heißen..."
Die große Liebe zu ihrem im Ersten Weltkrieg verschollen geglaubten Mann verschlägt die schöne Anna Petrowna in den postrevolutionären Wirren in das kleine sibirische Städtchen Jasyk. Von einer mystischen Gemeinschaft bewohnt, wird der Ort kurz darauf durch die Ankunft eines geheimnisvollen Fremden in seinem Frieden bedroht. Wer ist dieser Fremde, der durch Schnee und Eis aus einem Gefangenenlager im hohen Norden bis nach Jasyk geflohen ist? Und was hat es mit seinem angeblichen Verfolger auf sich, der Unaussprechliches getan hat und nun die ganze Stadt in Angst und Schrecken versetzt? Und welchen Zauber verübt der fremde Ankömmling auf Anna Petrowna? |
| Rezension: |
| Zwar geht es in dieser sowohl stilistisch wie auch inhaltlich sehr anspruchsvollen Geschichte auch um Liebe, doch die Schrecken stehen hier eindeutig im Vordergrund. James Meek entführt den Leser nämlich nach Sibirien in die Zeit kurz nach Ende des Ersten Weltkriegs, wo Tschechen und Russen in politisch unruhigen Zeiten und ungewissen Machtgefügen gegeneinander kämpfen, ein Mann aus einem weit entfernten Straflager ausbricht und eine kleine Gemeinschaft von Skopzen versucht, ein gottesfürchtiges Leben zu führen. Meeks Stil erinnert auffällig an die klassischer russischer Autoren, was zu einem zwiespältigen Leseerlebnis führt: Stellenweise fesselnd und leise poetisch, stellenweise langatmig und nüchtern brutal - so fühlt man sich hin und her gerissen zwischen einem echten Lesesog und einem derart beklemmenden Gefühl, dass man das Buch am liebsten aus der Hand legen möchte. Doch kurz bevor es soweit ist, gelingt es Meek immer wieder, das Ruder herumzureißen und schafft eine derartige Spannung, dass man gebannt die Ereignisse verfolgt. Inhaltlich sind "Die einsamen Schrecken der Liebe" ganz sicher keine leichte Kost, wer eine romantische Liebesgeschichte in Russland erwartet, wird vermutlich sehr enttäuscht, wenn nicht sogar angewidert das Buch vor seinem Ende zuschlagen. Es lohnt sich aber durchzuhalten, denn auch wenn vieles schon zwischendurch angedeutet wird, überrascht Meek doch immer wieder und schafft es schließlich, den Kreis, der sich anfangs als sehr verworren darstellt, am Ende zu schließen. Liebhaber der russischen Literatur werden ihre Freude an diesem Roman haben, anderen mag er zu grausam, schwermütig und schwierig erscheinen. |
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