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Ein fröhliches Begräbnis von Ljudmila Ulitzkaja
| Kurzbeschreibung: |
"Die Hitze war entsetzlich. Bei einer Luftfeuchtigkeit von fast hundert Prozent schien es, als stünde die ganze riesige Stadt mit ihren unmenschlichen Häusern, ihren prächtigen Parks und ihren vielfarbigen Menschen und hunden kurz vor dem Übergang in einen anderen Aggregatzustand, als würden jeden Augenblick halbflüssige Menschen in der bouillonartigen Luft schwimmen..."
Ein Atelier in New York, mitten in der brütenden Hitze des Großstadtsommers. Der russische Maler Alik leidet an Muskelschwund, er liegt im Sterben. Um ihn herum hat sich eine bunte Menschenmenge versammelt: die Frauen, die er geliebt hat, die alten Freunde aus Rußland, viele neue Freunde aus Amerika. Sie alle lieben und verehren den charismatischen Künstler und begleiten geduldig seine letzten Tage – Tage, die durch Ljudmila Ulitzkajas Erzählkunst zum großen Fest der Charaktere, der Geschichten und des Lebens werden. |
| Rezension: |
| Es ist tatsächlich eine bunte Menschenmenge, die sich im Appartement des charismatischen russischen Malers Alik aufhält, der im Sterben ringt. Jeder einzelne ist auf besondere Art und Weise mit dem Sterbenden verbunden und teilt mit ihm ein Stück gemeinsame Geschichte oder ist über ganz andere Wege in dessen Appartement gelandet. Leider werden nur ganz wenige dieser Personen (zwangsläufig jene, die Alik am nächsten stehen) genauer betrachtet und auch die Rückblicke auf die gemeinsame Geschichte bieten nicht mehr als einen kurzen Blick in die Vergangenheit. Dieser reichte in meinem Fall nicht aus, um in die Situation richtig einzutauchen, vielmehr erschien es nur wie der kurze Blick durchs Schlüsselloch, bei dem kaum Gelegenheit bleibt, die beobachtete Szene in ihrer Gesamtheit zu überblicken und zu verstehen. Schade auch, dass manche Figuren nur kurz mit Namen benannt werden, was dazu führt, dass angesichts der Vielzahl der Personen leicht Verwirrung entstehen kann, wer denn nun wer war und in welcher Beziehung er oder sie zu den anderen steht. Alles in allem bleibt der Eindruck, dass diese Geschichte viel mehr Potenzial birgt als sie tatsächlich transportiert (z.B. über den Maler selbst, seine Beziehung zu den Frauen aus seiner Sicht, die Situation russischer Emigranten in die USA usw.), doch so wird sie sich schnell verflüchtigen. |
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